Nachthimmel über dem Grünewalder Lauch

Am Freitag Nachmittag spekulierte ich auf einen klaren Himmel und nahm vorsichtshalber mein Stativ mit auf die Fahrt nach Plessa, meiner Heimat. Die Zeit schritt voran und ich schaute immer wieder nach ob nicht doch einige Wölkchen aufzogen. Aber weit und breit nix zu sehen. Voller Vorfreude auf einen sternenklaren Nachthimmel packte ich gegen 23:30 Uhr meine Kamera, mein Stativ und einen Kabelauslöser und noch ein paar lange Sachen zusammen und machte mich auf den Weg.

Die fahrt war angenehm ruhig ohne größere Vorkommnisse. Hier und da leuchteten mich ein paar Augen an, welche zu den Rehen gehörten die neben der Straße nach etwas fressbarem suchten. Ich war gerade am Ortsausgang Gorden vorbei, da erblickte ich den Mond. „Mist … es waren doch perfekte Bedingungen.“ Nunja umdrehen wäre nun auch sinnlos gewesen. Was solls also, mache ich nun halt das beste aus der Situation.

Am Ziel Angekommen ging ich an den Strand stellte das Stativ auf, die Kamera drauf und los ging es. Da ich eigentlich die Milchstraße aufnehmen wollte richtete ich die Kamera in Richtung Grünewalde aus. Vor etwas über einem Jahr hatte ich schon einmal die Milchstraße aufgenommen und wusste daher, dass das Zentrum irgendwo Osten zu finden war.

Ohne den Mond wäre die Milchstraße wunderbar zu sehen, so kann man sie leider nur erahnen. Das Gebilde im oberen Drittel des Bildes ist weder ein unbekanntes Flugobjekt noch etwas verdächtiges was auf außerirdisches Leben hindeuten könnte, es ist lediglich ein Lens Flare hervorgerufen durch den Mond 😀 .

 Night Sky(550D, 11mm, f/2.8, 30 sec, ISO 800)

Im Anschluss ließ ich die Kamera noch weitere Bilder aufnehmen und konnte die Umwelt einfach mal auf mich wirken lassen. Natur pur, nur einige Camper, die sich etwa in 150 Meter Entfernung miteinander unterhielten. Ich zog mir die langen Sachen drüber, lag auf der Tasche meines Statives und meinem Wanderrucksack und blickte gen Himmel. Es war ein unglaublich intensiver Moment für mich – so beruhigend und entspannend. All die kleinen und großen Sorgen, Probleme und Nöte wurden in der Zeit einfach nur nichtig – ja geradezu unbedeutend.

Mit der Zeit wurden immer mehr Sterne sichtbar, da sich meine Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten. Einige „Sterne“ bewegten sich recht zügig, vermutlich Flugzeuge. Mein persönliches Highlight war eine Sternschnuppe die über mir auftauchte und wieder in der Dunkelheit verschwand.
Ich lag etwa eine Stunde da, beobachtete den Himmel und genoss die Zeit einfach noch ein wenig. Im Anschluss machte ich noch weitere Aufnahmen am Strand und fuhr dann, ein wenig wehmütig, wieder nach Plessa. Auf dem Heimweg konnte Ich meine Gedanken noch ein wenig schweifen lassen. Während mir einige Erinnerungen wieder in den Sinn kamen, genoss ich ein letztes mal die Freiheit mit meinem Auto zu fahren, TÜV hatte es seit sechs Tagen schließlich auch keinen mehr. Kurz nach 2 Uhr war ich auch wieder zu Hause und konnte zufrieden und auch ein wenig glücklich einschlafen 🙂 .

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3 Kommentare zu „Nachthimmel über dem Grünewalder Lauch

  1. Hi, schön geschriebene Geschichte, macht Lust auf eine schöne sternenklare Nacht am See 🙂 Die „Überraschung“ mit dem Mond hätte man aber vorausahnen können, da empfehle ich eine App mit einem Mondkalender 🙂

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