Die Festung Königsstein – wenn ein Tag anbricht

Nun stieg ich gerade ins Auto, mein Kamerarucksack war bereits wieder verstaut und der neue Tag kündigte sich merklich an, denn das erste gezwitscher war vernehmbar. So entschied ich spontan, dass es einer reinen Zeitverschwendung gleich kommen würde jetzt einfach stur wieder nach Dresden zu fahren.
Glücklicherweise hatte ich mir in meiner Vorbereitung auf die Milchstraße bereits einen anderen Standort via Wanderkarte heraus gesucht. So war mein nächster Zwischenstopp das Thürmsdorfer Mausoleum, weniger das Gebäude an sich, eher der Standort. Von da aus hatte ich einfach einen wunderbaren Blick auf die Festung Königsstein.

Königstein Fortress before sunrise(550D, 16 mm, F/8.0, 5 sec, ISO 100)

Angekommen bin ich um fünf Uhr morgens und somit noch etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Zu der Zeit befand ich mich bereits in der blauen Stunde. Leider hat mir meine Müdigkeit, und die damit einhergehende Vverpeiltheit, doch einige Bilder versaut. Öfters war die Belichtung so weit daneben, dass ich diese, trotz RAW, nicht mehr retten wollte. Einige Bilder sind leider auch zu verwackelt um diese noch zu veröffentlichen.

Königstein Fortress while sunrise
(550D, 40 mm, F/8.0, 1/20 sec, ISO 100)

Auch wenn es hier nicht den Anschein macht, habe ich dennoch viele verschiedene Blickwinkel ausprobiert, doch letztendlich war dieser eine doch der schönste – zumindest für mich.
Von vielen Fotografen heißt es immer Sonnenauf- oder Sonnenuntergang ist das schönste licht. Lange Zeit lang bezog sich diese Aussage für mich lediglich auf den Untergang der Sonne, schlicht und einfach weil ich absolut kein Morgenmensch bin … und es sicherlich auch nicht mehr werde :D. Und dennoch war dieser Sonnenaufgang viel mehr als nur ein gutes Licht oder ein neuer Tag. Es hatte schon irgendwie etwas magisches an sich. Die Lichtstimmung änderte sich ständig. (Zwischen den beiden Bildern liegt beispielsweise gerade mal eine halbe Stunde.)
Dazu kam diese herrliche Ruhe, die es möglich machte die erwachende Fauna zu hören. Keine Hektik übertönte die Umgebung, keine Wanderer die sich lautstark unterhielten. Es gab einfach nur die Flora und Faune – und mich.

Königstein Fortress recently after sunrise
(550D, 2 x 100 mm, F/8.0, 1/25 sec, ISO 100)

Die Sonne war bereits aufgegangen und die rötliche Färbung erreichte das Maximum. Dabei dachte ich bereits vor einigen Minuten das es nun wohl allmählich einfach nur ins normale Tageslicht überginge.
Dennoch tue ich mich doch etwas schwer die Stimmung die ich live bewusst aufgenommen habe in bildlicher Form wiederzugeben. Ich komme nahe heran, trotzdem war es live einfach nur überwältigend, wohl auch da noch andere Sinneseindrücke auf mich einwirkten.

Auch auf die Gefahr hin in den Tenor so vieler Fotografen mit einzusteigen: Leute es lohnt sich absolut mitten in der Nacht aufzustehen um einen Sonnenaufgang zu erleben! Auch für die weniger fotografisch ambitionierten Menschen lohnt es sich sicherlich mal den ein oder anderen Sonnenaufgang zu erleben ;).
Jedenfalls bin ich so noch wesentlich zufriedener in Richtung Dresden aufgebrochen als ich es nach den Milchstraßenfotos war. Gegen sieben Uhr war ich auch schon wieder in meiner Wohnung und habe mich noch einmal schlafen gelegt.

Diese paar Stunden haben mir so viel mehr beschert als einfach nur schöne Bilder, nein es war ein Erlebnis und auch die Erkenntnis dass mir zeitiges aufstehen sehr viel weniger ausmacht, wenn ich diese Zeit mit meinem Hobby verbringe.

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Milchstraße über dem Lilienstein

Anfang diesen Monats war ja mal wieder Neumond. Neben dieser Tatsache gab es noch eine viel wichtigere, nämlich einen wolkenlosen Himmel. Genauer gesagt meine ich die Nacht zum 07.05. Eigentlich wollte ich hier das Datum des vorherigen Tages schreiben, nur bin ich dazu viel zu spät schlafen gegangen und habe demzufolge verschlafen. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und somit nahm ich einen neuen Anlauf.
Dieser Anlauf war wesentlich durchdachter, da ich zum Einen mal wirklich zeitig um 22:15 zu Bett ging, was mir so nahezu nie passiert. Zum Anderen habe ich diesmal anstatt einem Wecker und einem Timer gleich drei Wecker und besagten Timer gestellt. Die Wecker klingelten jeweils im Viertelstundentakt und der Timer war, glücklicherweise, nicht nötig. Die Entscheidung drei Wecker zu stellen war Gold wert. Den ersten um 0:45 habe ich im Halbschlaf ausgemacht, den zweiten um 1:00 habe ich nicht gehört, beim dritten um 1:15 jedoch bin ich wach geworden und nicht wieder eingeschlafen. Nun habe ich mich, vom Licht total geblendet, angezogen und meinen Rucksack, sowie ein wenig Proviant mitgenommen.

Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich auch schon angekommen. Ich habe mich auch nur um gute zehn Kilometer verfahren, es war ja schließlich noch mitten in der Nacht und ich absolut verpeilt. Am Ziel angekommen konnte ich sofort, als ich ausgestiegen war, die Milchstraße mit bloßen Augen sehen. Das hat mich ein wenig verwundert, da sich die Augen erst allmählich an die Dunkelheit gewöhnen müssten, so dachte ich jedenfalls. Es war jedoch so dunkel, dass ich nahezu blind agieren musste. Um den Schaden möglichst bei Null zu halten nahm ich dann doch mein Handy zur Hand.
Da ich genau weiß, wie unbrauchbar mein Gehirn um solche Uhrzeiten ist habe ich sämtliche Einstellungen der Kamera bereits im Voraus vorgenommen. Aus meinen Erfahrungen weiß ich das ich keine halbe Minute belichten sollte, wenn ich Sterne noch scharf und nicht verwischt haben möchte. Auch weiß ich das ich mit ISO 1600 oder ISO 3200 arbeiten muss, hier entschied ich mich für letztes. Auch den Fokus vom Tokina 11-16* stellte ich bereits auf Manuel und Unendlich.

Milkey Way over the "Lilienstein"

Ein Blick durch den Sucher – ich sah absolut nichts. Oha. Nun gut, also ganz grob ausgerichtet und ein Testbild gemacht. So arbeitete ich mich langsam an das Bild heran, welches ich aufnehmen wollte. Ist schon eine ganz neue Erfahrung, nahezu blind zu fotografieren, allerdings dennoch anständige Bilder dabei zu generieren.

Milkey Way

Nun wollte ich mich auch mal im Bereich Astrofotografie an etwas neues heranwagen. Ich wollte ein Panorama versuchen. Das Aufnehmen an sich war recht unbeschwerlich. Ins Hochformat wechseln und den Horizont gerade ausrichten. Die Rotation des Stativkopfes habe ich ganz grob abgeschätzt, und bin auf ca die Hälfte an Überlappung gekommen. Problematisch wurde es beim zusammensetzen der Aufnahmen. Da meinte Photoshop Elements, dass das mittlere Bild nicht dazu gehört. Na klasse, dachte ich mir, so was hat mir gerade noch gefehlt. Mit wirklich arg viel probieren und basteln habe ich es dennoch, mehr oder weniger gut hin bekommen. Darüber war ich mehr als nur erleichtert.

 Milkey Way over the "Lilienstein" II

Schließlich hatte ich die Aufnahmen im Kasten, wegen denen ich mitten in der Nacht aufgestanden war, das Haus verlassen hatte und etwas über 50 Km mit dem Auto gefahren war und das ganze bereits vor 3:00. Nun richtete ich die Kamera auf einen Bildausschnitt, der mir am besten gefiel und lies die Kamera noch ne ganze weile lang Aufnahmen erstellen. Zu der zeit machte ich es mir auf meiner Motorhaube bequem, schließlich war das noch der wärmste Ort. Ins Auto setzen konnte ich mich nicht, da dabei Licht angegangen wäre. Erwähnte ich bereits das ich um diese Zeit zu verpeilt bin, um daran zu denken das Licht vorher auszuschalten? Jedenfalls aß ich meine Äpfel und trank nebenbei immer mal ein Schlückchen Wasser.

Es ist so wunderbar faszinierend ein Zuschauer dieses Schauspiels zu sein. Eines Schauspieles, was sich schon seit Millionen von Jahren, zumeist leider unbeachtet, abspielt. Es tut echt verdammt gut immer mal wieder aus unserem hektischen Alltag auszubrechen und einfach mal die Zeit zu genießen. Auch wenn so etwas bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen.
Na dann, bis bald. Euer Daniel.


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Dresden im Tunnelblick

In den letzten Wochen befand sich in der Elbe, mal wieder, nicht sonderlich viel Wasser. Allerdings noch erheblich mehr wie damals zu meinem Bild letzten Sommers.
Nun war ich schon länger angefixt dieses Bild aufzunehmen, doch irgend etwas stimmte immer nicht. Mal war doch noch ein wenig zu viel Wasser vorhanden, dann war der Himmel völlig trist oder ich war gerade beschäftigt. Ende April kam jedoch alles für mich zusammen. Glücklicherweise drehte ich am Fahrstuhl noch einmal um und zog mir meine hohen Wanderschuhe an. Das war ein hervorragender Einfall wie sich an der Elbe zeigte, denn so konnte ich problemlos im flachem Wasser laufen ganz ohne das ich nasse Füße bekam.

Am Ziel angekommen stimmte für mich alles noch mehr; die Wolken zogen recht zügig, es regnete nicht und auch die Sonne lugte ab und an mal hinter den Wolken hervor. So entschied ich, dass es mal wieder an der Zeit war eine Langzeitbelichtung zu erstellen. Ich probierte einige weitere Standpunkte, entschied mich dann jedoch für diesen hier. So wirkte das Bild für mich einfach am stämmigsten.

Through the Bridge
(550D, 16 mm, F/6.3, 480 sec, ISO 100)

Die Idee dahinter ist so simpel, wie auch effektiv: Ich erschaffe mithilfe des Bogens der Augustusbrücke einen Rahmen für mein Motiv, einen Teil des Altstadtpanoramas. Dies führt, wie im Titel zu lesen ist, zu einer Art Tunnelblick.

Während ich dieses Foto aufnahm gesellte sich ein Rabe zu mir unter diesen Bogen. Da ich in dem Moment ja sowieso schon auf die Kamera warten müsste, konnte ich dieses kluge Geschöpf beobachten. Geschickt hüpfte dieser Vogel von Stein zu Stein, sichtlich auf der Suche nach etwas fressbarem. Einen Moment später hatte der Vogel einen kleines, etwa fünf Zentimeter langes Fischlein im Schnabel. Bis zu diesem Moment wusste ich nicht einmal das Raben auch Fische fressen, aber man lernt eben niemals aus.

Bei der Bearbeitung habe ich hier ein wenig tiefer in meine Trickkiste hinein gegriffen und eine Montage erstellt, da der Brückenbogen nahezu komplett schwarz, und somit ohne jegliche Zeichnung, war. Dieser Bogen stammt aus meiner Testaufnahme, welche ich immer vor einer solchen Belichtung anfertige. Da auch, wie bereits erwähnt,  die Sonne hin und wieder mal hervortrat habe ich die Zeit ein wenig verkürzt.
Den letzten Schliff hat das Foto dann allerdings am Ende in mehreren Lagen Dodge and Burn bekommen. Es waren zwar allesamt nur kleinere Änderungen, die Wirkung davon ist jedoch enorm und ich bereue keine Minute an Arbeitszeit die in diese Aufnahme geflossen ist.

Bis demnächst dann wieder, euer Daniel.