Gespensterwald in Nienhagen

Wie könnte ich denn besser vor diesem tristen und dunklen Novemberwetter fliehen, als die Erlebnisse von der Ostsee noch einmal Revue passieren zu lassen. Denn momentan sind die Tage bereits wieder so kurz geworden, dass ich mich in der Morgendämmerung in Richtung Arbeitsstelle aufbreche und erst im dunkeln wieder auf dem Heimweg bin.

Als ich an meinem Abreisetag morgens in Rostock wieder aufbrach hatte ich noch zwei weitere Ziele, die ich noch ansteuern wollte. Eines davon war Nienhagen, genauer gesagt der Gespensterwald den es dort gibt. Aber wieso denn eigentlich Gespensterwald, gibt es da etwa Geister?
Natürlich spukt es dort nicht wirklich und doch ist dieser Wald etwas besonderes. Hauptsächlich gibt es da Buchen und Eichen, die in den Teils 170 Jahren durch den Wind, der meist von der See her aufs Land trifft geformt wurde. Auch die salzige Seeluft hat ihr übriges getan um den Bäumen ihren ganz besonderen Charakter zu geben.

Ghost Wood coast in Nienhagen

Der Wald befindet sich an einer kleineren Steilküste, welche ca zehn Meter hoch über den Meeresspiegel liegt. Diesen Kontrast wollte ich natürlich auch im Bild festhalten. Ich musste dieses mal auch kaum Geduld aufbringen und einige Sonnenstrahlen trafen auf die Bäume und die Wiese. Somit war für mich das erste Foto recht zügig im Kasten.

Ich ließ es mir natürlich auch nicht nehmen mal bis an die Ostsee zu gehen, dafür folgte ich einfach einem Weg, der mich in die östliche Richtung führte. Ein Weilchen später konnte ich bequem die Treppe zum Strandbad Nienhagen nehmen.

Ghost Wood

Auf dem Rückweg zum Auto sah ich an einem der Aussichtspunkte einige Pärchen, die einen Spaziergang machten. Irgendwie fehlte mir da noch etwas in den Bildern und die beiden Personen boten sich da echt gut an. So habe ich lediglich darauf gewartet bis die anderen Pärchen hinter den Bäumen verschwanden und schon hatte ich das Bild, wie ich es wollte.

gespensterwald nienhagen.jpg

Bevor ich mich wieder zurück zum Auto begab wollte ich die Szenerie noch einmal in einem Panorama festhalten. Um diesem Bild gerecht zu werden habe ich mich dazu entschieden mal eine etwas extremere schwarz/weiß Version anzufertigen. Diese gefiel mir auf Anhieb sehr gut.
Im Anschluss ging ich zurück zum Fahrzeug mich wieder etwas aufwärmen, denn der Wind war recht kräftig an diesem Tag.

Rückblickend hat sich dieser Umweg für mich absolut gelohnt, denn so ein außergewöhnliches Fleckchen Erde habe ich bis dato noch nicht gesehen.
In diesem Sinne … bis bald, euer Daniel.

Herbstimpressionen

Nachdem sich die letzten Beiträge um meinen Kurztrip an die Ostsee drehten wollte ich mal wieder etwas Abwechslung bringen, da es mir selbst schon wieder etwas einseitig wurde. Zudem hatte ich die Kamera seit diesem Ausflug nicht mehr wirklich in Benutzung, einfach weil ich keine Bildideen hatte und mir etwas zu wenig Zeit dazu genommen habe. Somit beschloss ich, nach dem Räderwechsel mal einen kurzen Abstecher zum Grünewalder Lauch zu machen.

Fly agaric on a beach

Mein erstes Ziel war der Steg, welchen ich bereits in einer lauen Sommernacht abgelichtet hatte. Da ich wahnsinnig viel Glück hatte standen am Strand mehrere Fliegenpilze. Was passt denn schließlich besser zum Herbst als diese feuerroten Pilze? Nun hatte ich die freie Wahl welcher dieser es nun in eines meiner Bilder schafft. Ich nahm verschiedene Pilze auf und konnte mir am Rechner dann schließlich einen aussuchen. Entschieden habe ich mich für diesen, da er meiner Meinung nach am besten gepasst hat.
Da ich diese Strecke nicht ausschließlich für nur einige wenige Bilder auf mich genommen habe, schlenderte ich noch ein wenig entlang des Sees.

Fly agaric

Ich war erstaunt, wie viele Pilze hier standen. Zumal ich nur wenige Wochen vorher, mit meinen Eltern gemeinsam, mit eher mäßigem Erfolg auf der pirsch nach den schmackhaften und genießbaren Verwandten war. Froh darüber, dass ich so einige weitere Motive hatte, machte ich mich ans Werk und lichtete auch weitere Rothüte ab. Hierbei konnte ich auch zwei der Nachbarn in dem Hintergrund platzieren, um das Bild noch etwas abzurunden.

Da ich nun nicht sonderlich großes Interesse hatte mich auf dem nassen Boden zu legen nutzte ich bei beiden Bildern den Live-View meiner Kamera. Dieser gab mir auch die Möglichkeit den Fokus wesentlich freier zu bestimmen.

Birch leaves

Nun hatte ich einige schöne Fotos geschossen und wollte auch mehr als nur Pilze präsentieren. So zog es mich noch ein Stück weiter des Weges und ich erblickte einen kleineren Birkenbaum in Ufernähe. Mit Freude erblickte ich, wenigeSchritte später, einige Findlinge vor dem Baum. Diese ermöglichten mir eine deutlich erhöhte Position, mit der es mir möglich war dieses Bild aufzunehmen. Besonders reizvoll finde ich diesen wunderbaren Kontrast dabei – diese warmen Farben der Blätter gepaart mit der kühlen Umgebung.

Mir ging es bei dieser Tour weniger um einen perfekten Bildaufbau, der sowieso für jeden anders aussieht, als vielmehr darum mein Gefühl zu übermitteln. Ich denke nämlich, dass mir in dem Bereich noch etwas Praxis fehlt.
In diesem Sinne, bis bald … euer Daniel.

Stadthafen Rostock

Was wäre denn ein Bericht über eine Küstenstadt ohne den Hafen beleuchtet zu haben? In meinen Augen irgendwie unvollständig, deswegen möchte ich dies heute nachholen.
Nachdem ich aus Warnemünde wieder zurück im Hostel war und mich kurz ausgeruht hatte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen noch einen Spaziergang an den Hafen zu machen. Die ganzen Aufnahmen von Architektur und Landschaft haben mir zwar schon gefallen, doch ich wollte mich auch mal wieder mehr den Details widmen.

Für mich strahlt ein Hafen sehr vieles aus: Zum einen Ruhe – denn die Bote bewegen sich für Gewösehr beruhigend in Wind und Wasser; Abenteuer und Reise – schließlich bieten sich hierfür unzählige Möglichkeiten; und letztendlich auch Freude beim wiedersehen nach einer Ausfahrt.
Um all diese Facette hätte ich wesentlich mehr Zeit benötigt, als die paar Stunden, welche ich am Hafen verbracht habe. Nichts desto trotz habe ich diese Zeit da sehr genossen.

Rostock port

Um nicht völlig von all den ganzen Segelbooten und Kuttern übermannt zu werden begann ich mich recht schnell auf einige wenige Details zu konzentrieren. Schließlich hatte ich ja nicht vor Bilder zu machen, wie sie viele andere Urlauber machen würden.

Mein erstes Objekt der Begierde war hierbei die „Star of Hope“, ein wunderbar nostalgisches Segelboot. Gerade die Spuren, welche der Zahn der Zeit hinterlassen hatte, gaben diesem Boot diesen besonderen Charakter, mit dem es sich von vielen anderen abhob.

Rope on the

Als ich mich allmählich vom Bug zum Heck durcharbeitete, erblickte ich diese Seilschlaufe. Dieses Detail ist zwar so trivial, wenn es um die Schifffahrt geht und dennoch richtete sich meine Aufmerksamkeit voll und ganz darauf.
Nun geht es mir vermutlich so wie sehr vielen Fotografen, die erst hinterher die Störer auf dem Foto erkennen. Mal ist der Horizont völlig schief, mal befinden sich am Bildrand störende Elemente, oder wie in meinem Fall waren die beiden Hebel der Ankerwinde waren nicht zu sehen. Das ist der große Vorteil bei der digitalen Fotografie, ich sehe sofort was mir nicht passt. All das hätte ich auch vor dem betätigen des Auslösers sehen können, was wiederum Fluch und Segen gleichermaßen ist – man fotografiert nicht ganz so bewusst.

Ich schlenderte weiter entlang dieses Bootes und erblickte nahezu sekündlich neue Feinheiten, aber keine die sich für ein schönes Motiv eigneten und so zog ich weiter zum nächsten Schiff.

Cable pull on the

Wie auch das Segelboot war die „Santa Barbara Anna“, ein Schoner, eines der älteren Modelle. Wie schon beim letzten Boot erblickte ich sofort Details, die ich aufnehmen wollte. Eines davon war dieser Flaschenzug, der vermutlich dazu dient eines der Segel hissen zu können. Ich benötigte auch hier wieder einige Anläufe um diesen so in Szene zu setzen wie er mir gefiel. Einige Auslösungen später hatte ich zumindest schon einmal einen super Winkel herausgefunden und machte mich sofort daran diesen so zu verfeinern, dass die volle Aufmerksamkeit auf dem Flaschenzug lag und dennoch erkennbar ist wo dieser angebracht war. Es ist ja schließlich auch wichtig einen Kontext erkennen zu können.

Letztlich sind Feinheiten ja auch was schönes und werden von vielen kaum noch wahrgenommen. Doch Einzelheiten alleine sind alleine auch nur begrenzt sehenswert, solange der Blick für das große Ganze fehlt.

"Santa Barbara Anna"

Darum konnte ich es mir nicht nehmen lassen diesen wunderschönen Schoner auch in seiner ganzen Pracht abzulichten. Nun hatte ich drei Möglichkeiten dazu: weiter zurückgehen fiel leider aus, da sich hinter mir ein Parkplatz befand; mein Tokina auf die Kamera schnallen wollte ich nicht, da ich diese extreme Verzerrung vermeiden wollte; oder aber ich erstellte ein Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen. Da es bereits dunkler wurde und nun auch etwas die Faulheit durchkam war die Entscheidung recht fix gefällt und ich entschied mich für letzteres, zumal ich das 24 mm bereits am Body hatte. Anschließend begab ich mich langsam wieder in Richtung Stadzentrum, wovon ich jedoch bereits berichtet habe.

Damit kann ich nun auch den Bericht zu einem meiner Reiseziele, nämlich Rostock, als abgeschlossen betrachten.
Bis bald, euer Daniel.

Der Leuchtturm in Warnemünde

Wie Bereits im letzen Beitrag erwähnt, habe ich an meinem Freitag in Rostock auch mal einen Abstecher nach Warnemünde gemacht.
Nachdem ich etwas über eine Stunde damit verbrachte wieder auf den richtigen Weg zu gelangen hatte ich es ja letztendlich doch noch geschafft nach Warnemünde zu finden. Mein erstes Ziel war der Strand, also habe ich via Google Maps den direktesten Weg vom Kirchenplatz heraus gesucht.

Und nun war ich also da – an der Ostsee. In diesem Moment wurde mir erst so richtig klar wie unwirklich es eigentlich ist mit wenigen Stunden Vorbereitung zu so einem Erlebnis aufzubrechen. Und irgendwie konnte ich in diesem Moment nix anderes tun, als einfach nur zu Grinsen. Es fühlte sich einfach unglaublich belebend und erfrischend an sich seinen Träumen hinzugeben. Es ist eigentlich absolut verwunderlich, dass ich das bisher nicht öfters gemacht habe…

Nun richtete ich mich also gen Osten aus, denn da befand sich der Leuchtturm von Warnemünde und diesen wollte ich schließlich auch ablichten. Um ein Bild aufzunehmen, welches es so noch nicht gibt hätte ich meine Quetschlinse nutzen können, doch leider hatte ich durch den Wind und leichten Nieselregen zu kalte Hände bekommen.
Dennoch wollte ich auch hier nicht so sehr auf die üblichen Gestaltungsregeln achten. „Scheiß doch mal auf die Drittelregel und den Goldenen Schnitt“, dachte ich mir und gab dem Leuchtturm, sowie dem Teepott sehr viel Raum im Bild.

Warnemünde Lighthouse

Auch wenn die Palmen vorm Teepott etwas fehl am Platz wirken, zumal sich die Temperaturen hartnäckig um die zehn Grad hielten, wollte ich diese eine im Bild nicht herausretuschieren. Diese gibt in Verbindung mit der Kleiderordnung der Familie ein noch surrealeren Eindruck.

Warnemünde

Als ich am Leuchtturm war, erblickte ich noch zwei weitere: einen grünen und einen roten, welche die Einfahrt des Hafens markieren. Da musste ich nicht weiter überlegen und steuerte den grünen an, schließlich war dieser schneller zu erreichen.
Nun bin ich ja sehr an der Umgebung interessiert. So blickte ich mich immer wieder um und hatte diesen Anblick. Das Wahrzeichen von Warnemünde schlechthin und noch einen Mast eines Segelbotes. Ich erstellte fix ein Panorama, bestehend aus drei einzelnen aufnahmen. Da es in Schwarz/Weiß einfach am besten wirkte verfeinerte ich diesen Look noch etwas mit Silver Efex Pro aus der Nik Collection. Das Ergebnis stellt mich mehr als nur zufrieden.

Da ein recht starker Wellengang herrschte entschied ich mich für den höher gelegenen Weg zu dem Aussichtspunkt bei dem grünen Turm. Diese Entscheidung erwies sich als vortrefflich, da etwa auf dem halben Weg eine große Welle ankam und ich somit einmal komplett von oben bis unten nass gewesen wäre, hätte ich mich für den anderen entschieden.

Green and Red Lighthouse

Mittlerweile wurde der Regen stärker und auch vor dem Wind war ich am Aussichtspunkt recht wenig geschützt. Ich postierte die Kamera neben einer Mauer, so dass diese nicht ganz so viel Regen abbekommt. Schließlich wollte ich die Frontlinse nicht alle paar Sekunden wieder abwischen. Ich begann ein wenig die Belichtungszeit zu variieren und steigerte mich langsam von etwas über einer Sekunde bis hin zu mehreren Minuten. Doch irgendwie fand ich das fünfminütige Bild viel zu glatt gebügelt. Mir fehlte einfach dieses Gefühl von rauem und kaltem Wetter. Deswegen entschied ich mich für eine Foto mit 1,3 Sekunden, so hatte die Wasseroberfläche einfach einen unvergleichlichen Charakter und auch die Welle konnte ich so wunderbar einfangen.

Ich begab mich nach einigen Bildern wieder auf den Rückweg. Mir war kalt und nun regnete es auch schon beachtlich und natürlich hatte ich keine Regendichte Jacke an. So floh ich in das nächste Kaffee und schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: ich wärmte mich wieder auf und konnte meinen hunger nebenbei noch bändigen.

Port entrance

Als der Regen schlussendlich wieder etwas nachließ begab ich mich noch einmal in Richtung Hafeneinfahrt. Doch diesmal wollte ich eine wirklich lange Belichtung erstellen um die Steine im Vordergrund in einem hellen Schleier versinken zu lassen.
Doch sehr schnell stellte ich fest, dass es nicht die beste Idee ist ein zehnminütiges Bild zu erstellen, denn es sammelten sich durch den Wind so viele Wassertröpfchen auf dem Filter. Somit war eine Aufnahme völlig unbrauchbar geworden. Gut, ich war mit meinem Bildaufbau ehh noch nicht zu 100% zufrieden. Also postierte ich mich noch näher an der Einfahrt und auch noch näher am Wasser … bzw ins Wasser.
Die Wellen reichten eigentlich nicht bis zu meinen Füßen, auch wenn das Stativ bereits im Wasser stand. Als ich gerade durch den Sucher schaute und die Kamera ausrichtete, bekam ich plötzlich nasse Füße hatte. Naja passiert halt.
Ich musste gar nicht lange probieren um eine wirklich gute Balance zu finden zwischen langer Belichtung und nicht zu viel Wasser auf dem Filter. Dabei half mir auch eine weit geöffnete Blende von F/2.8. Das Ergebnis hat meine Erwartungen mehr als nur erfüllt und dafür haben sich auch meine nassen Schuhe voll und ganz gelohnt.

Grass on a dune

Ich begab mich allmählich wieder auf den Rückweg. Doch da ich gerade wieder mein 24 mm Art* auf der Kamera hatte, bot sich die ein oder andere kleinere Spielerei mit der Unschärfe sehr an.
Ich mag es total den Fokus ganz bewusst auf ein kleines Detail fernab des eigentlichen Motives zu legen. So begab ich mich auf allen vieren in den Sand, denn was bietet sich besser an als ein Grasbüschel auf der Düne.

Canon

Schließlich kam ich auch noch direkt am Leuchtturm vorbei und erblickte diese beiden Kanonen. Ich wollte diese ebenfalls noch aufnehmen und dabei abermals die Blende sehr weit öffnen. Zu einer ähnlichen Spielerei mit Kanonen habe ich ja auch schon auf der Festung Königsstein hinreißen lassen.

Im Anschluss machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Rostock. Schuhe, sowie die Jacke waren schließlich schon recht nass und ich musste mich gerade wieder etwas ausruhen.

Bis bald, euer Daniel.


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Rostock und seine Sehenswürdigkeiten

Wie im letzten Beitrag schon erwähnt, habe ich zwei Nächte in Rostock verbracht. Nun wollte ich natürlich auch die Stadt an sich besichtigen und nicht lediglich nur die Ostsee sehen. Mit der Intension zog ich bereits am Donnerstag Abend herum und suchte mir einige Motive innerhalb der Altstadt heraus. Leider war die Ausbeute recht mau, da ich ständig wieder Regentropfen auf der Frontlinse hatte, welche oftmals recht unschön die Straßenbeleuchtung eingefangen haben.

So ist innerhalb der ersten Stunden in Rostock lediglich ein Bild entstanden. Doch dieses Bild gefiel mir wirklich sehr gut. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt bereit nass und durchgefroren war verbrachte ich einige Zeit am Marktplatz. Den Großteil davon zwar schutzsuchend, da es nun nicht mehr nur nieselte. Doch das spielt hinterher keine Rolle mehr.
Rückblickend bin ich echt erstaunt, wie viel Geduld ich mittlerweile aufbringe beim fotografieren. Das wäre noch vor nicht all zu langer Zeit undenkbar gewesen. Dabei ist das Aufnehmen der Bilder lange nicht mal mehr das Zeitaufwändigste – nein eher das warten auf den richtigen Moment um wirklich alles so auf den Sensor zu bekommen wie ich es haben möchte.

Town hall Rostock

Wirklich fest vorgenommen habe ich mir in Rostock eigentlich absolut kein Motiv. Ich wollte mich einfach mal nur treiben lassen und dabei ablichten, was meine Aufmerksamkeit gewecke. So bin ich am Vormittag meines ersten kompletten Tages in Rostock noch etwas in der Innenstadt herumgelaufen und habe mich dann auf den Weg nach Warnemünde begeben. Zumindest war das mein Vorhaben, denn ich bin erst einmal in die falsche Richtung gefahren. Das passiert schon mal, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und selber noch etwas verpeilt ist. Doch dazu dann mehr in einem der folgenden Beiträge…

Am späten Nachmittag war ich dann auch wieder in der Altstadt unterwegs, nachdem ich eine kurze Pause im Hostel eingelegt habe. Der Rucksack wurde nämlich mittlerweile schon recht schwer auf dem Rücken.
Ich ließ mich wieder nur treiben, suchte gelegentlich via Google Maps vermeintlich interessante Gegenden heraus und so bekam ich die Möglichkeit gleich zwei der Kirchen auf einem Foto zu vereinen: Die St. Nikolai- Kirche links und die St. Petri- Kirche rechts.

Two Churches in Rostock

Die St. Petri- Kirche befand sich nahezu permanent in meinem Sichtbereich. Durch ihren sehr großen Kirchturm ist diese sehr präsent im Bereich der Innenstadt.

Nach einem Abstecher zum Stadthafen der Hansestadt kehrte ich wieder zu einem Motiv des ersten Abends zurück, dem Kröpeliner Tor. Da es mir der Regen des Vortages nicht ermöglichte dieses Tor abzulichten, startete ich nun einen neuen Anlauf.
Ich wollte den Weg zum Tor nutzen und den Turm schön symmetrisch im Bild platzieren. Im nachhinein fand ich jedoch ein anderes Bild davon wesentlich stimmiger für mich, nämlich dieses hier.

Kröpeliner Gate

Denn eigentlich wollte ich mir gerade etwas zu essen besorgen, da kam ich an diesem kleinen Wasserspiel vorbei. Mir kam sofort die Idee, die nassen Steine als reflektierende Fläche zu nutzen um eine Spiegelung des Turmes zu erzeugen. Leider hat das vorhaben nur im Ansatz funktioniert, doch ich mag dieses Bild wesentlich mehr als die Bilder, welches man en masse via Google findet. Auch die Personen im Bild finde ich absolut nicht störend, auch wenn diese sich zu viel bewegt haben. Man kann ja schließlich nicht alles haben. 😉

Nachdem ich nun wieder gestärkt war experimentierte ich noch etwas auf dem Marktplatz mit den fahrenden Straßenbahnen herum. Diese Experimente überzeugten mich jedoch nicht so sehr um diese hier zu präsentieren. Doch ich übertrug die Erkenntnisse daraus auf das Steintor und die fahrenden Autos.

Denn vor kurzem schnappte ich in einem Video den Tipp auf nachts den ISO etwas anzuheben um somit die Beleuchtung der fahrenden Fahrzeuge, denen der Umgebung anzupassen. Ich muss sagen, dieser Tipp war Gold wert.
Auch hier musste ich sehr viel Geduld aufbringen. Erst war die Belichtung immer etwas zu kurz, so dass sich diese Streifen nicht durch das gesamte Bild ziehen und dann war die Straße recht schwach befahren. So musste ich teilweise mehrere Minuten lang warten bis mal wieder ein Fahrzeug vorbei kam. Jedoch hat es sich vollkommen ausgezahlt. Günstigerweise war das Hostel nur wenige Schritte vom Steintor entfernt und so war dieses das letzte Bild, welches ich an diesem Tag machte.

Am nächsten Morgen wollte ich noch einmal auf den Marktplatz, da ich hoffte gäbe nicht wieder so viele Stände. Doch leider war der Platz abermals gefüllt. Allerdings konnte ich nun das herrliche Wetter nutzen um das Oberlandesgericht noch einmal abzulichten. Im dunkeln waren sämtliche Details dieses Gebäudes recht unauffällig geblieben.

Battlement

Da ich den gotischen Baustil sehr mag ließ ich es mir nicht nehmen auch einige Detailaufnahmen anzufertigen.
Neben einigen detaillierten Fotos wollte ich das Gebäude in gänze ablichten, doch eine sehr kurze Brennweite hatte zur Folge, dass ich immer Fahrzeuge mit im Bild hatte. So entschied ich mich zu einem vertikalen Panorama, bestehend aus drei einzelnen Aufnahmen mit meiner 24 mm Festbrennweite.
Higher Regional Court

Auf diesem Tripp habe ich das 24er lieben gelernt und frage mich seither wie ich solange ohne auskommen konnte.
Das soll es nun erst einmal gewesen sein, und in diesem Sinne … Bis bald, euer Daniel.

Ich hatte Sehnsucht nach Meer

Als es sich letzte Woche herauskristallisierte, dass ich wohl kurzfristig meinen Arbeitsplatz wechsele kam mir sofort eine Idee. Ich wollte schon länger mal an die Ostsee fahren, einfach mal so. Da ich momentan noch Urlaub habe bot es sich natürlich an, diesen für so ein Erlebnis zu nutzen. So habe ich kurzerhand am Mittwoch einige Übernachtungen in einem Hostel in Rostock gebucht und bin am darauffolgenden Tag gefahren.

Da ich es mir ebenfalls nicht nehmen wollte den Gespensterwald in Nienhagen zu besuchen, tat ich das Gestern auch bevor ich mich wieder auf den Rückweg machte. Nun wollte ich selbstverständlich auch ein recht typisches Bild machen: eines mit Buhnen. Dabei hatte ich lediglich eine Langzeitbelichtung im Kopf, doch wie so oft hatte auch hier der Zufall seine Hände mit im Spiel.
Neben schönen langen Belichtungen spiele ich in letzter Zeit sehr gerne mit Unschärfe herum und sich da Wassertropfen sehr schnell bewegen schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Das Sigma 24 mm Art* war somit meine Wahl, und wie es sich zeigt sogar eine äußerst gute.

Breakwater

Als ich mich der Buhne näherte wollte ich lediglich ein Bild haben, in dem kein Sand mehr zu sehen war. Somit musste ich mich beeilen um zwischen den Wellen einen günstigen Moment abzupassen. (Kleiner hinweis am rande – ich war zu langsam :D.) Denn schon nach nur einer Betätigung des Auslösers trat ich den Rückzug an, doch zu spät und ich hatte – mal wieder – nasse Schuhe. Der Ärger darüber verflog jedoch beim Blick auf das Display meiner Kamera. Ein Versuch. Dieser eine Moment. Perfekt!
Für das Bild hat es sich vollkommen gelohnt, und ich würde es immer wieder Riskieren nasse Füße zu bekommen.

Bereits während meiner Rückfahrt stand für mich fest, dass ich so etwas öfter machen möchte. Einfach mal wieder die eigene Komfortzone verlassen um wirklich etwas außergewöhnliches zu erleben. Allein für diese Erkenntnis haben sich die Kosten voll und ganz gelohnt.
In diesem Sinne … bis bald, euer Daniel.


* Dies ist ein Partner-Link, welcher zu einer externen Webseite führt. Ich erhalte keinerlei Bezahlung für das setzen von Links, bekomme allerdings eine kleine Provision falls ihr darüber bestellt. Es entstehen für euch dadurch keinerlei Nachteile.

Ich melde mich zurück …

Viel ist geschehen, seit dem letzten Beitrag. Erst gab es sehr viele Überstunden auf arbeit, dann ist privat einiges geschehen und nun gab es noch oben drauf einen Arbeitsplatzwechsel, welcher aus meinen Bemühungen resultierte. Kurzum, ich habe mir in den letzten Wochen schlicht und ergreifend nicht die Zeit genommen um zu schreiben oder um zu fotografieren.

Aus fotografischer Sicht gab es eine Neuanschaffung, wie jene von euch mitbekommen haben sie mir auf Facebook folgen: Das Sigma 24 mm F/1.4 Art. Mit diesem ist auch dieses Foto entstanden. Es zeigt den Blick von der Brühlschen Terrasse in Richtung des Sächsischen Ministerium für Kultus.

Ministry of Culture in Dresden

Irgendwie mag ich dieses Bild sehr, obwohl es „nur“ ein kurzer Test des Objektives war. gerade die beiden Personen, auf der Bank, lassen für mich einiges an Interpretationsmöglichkeiten zu.