Der Leuchtturm in Warnemünde

Wie Bereits im letzen Beitrag erwähnt, habe ich an meinem Freitag in Rostock auch mal einen Abstecher nach Warnemünde gemacht.
Nachdem ich etwas über eine Stunde damit verbrachte wieder auf den richtigen Weg zu gelangen hatte ich es ja letztendlich doch noch geschafft nach Warnemünde zu finden. Mein erstes Ziel war der Strand, also habe ich via Google Maps den direktesten Weg vom Kirchenplatz heraus gesucht.

Und nun war ich also da – an der Ostsee. In diesem Moment wurde mir erst so richtig klar wie unwirklich es eigentlich ist mit wenigen Stunden Vorbereitung zu so einem Erlebnis aufzubrechen. Und irgendwie konnte ich in diesem Moment nix anderes tun, als einfach nur zu Grinsen. Es fühlte sich einfach unglaublich belebend und erfrischend an sich seinen Träumen hinzugeben. Es ist eigentlich absolut verwunderlich, dass ich das bisher nicht öfters gemacht habe…

Nun richtete ich mich also gen Osten aus, denn da befand sich der Leuchtturm von Warnemünde und diesen wollte ich schließlich auch ablichten. Um ein Bild aufzunehmen, welches es so noch nicht gibt hätte ich meine Quetschlinse nutzen können, doch leider hatte ich durch den Wind und leichten Nieselregen zu kalte Hände bekommen.
Dennoch wollte ich auch hier nicht so sehr auf die üblichen Gestaltungsregeln achten. „Scheiß doch mal auf die Drittelregel und den Goldenen Schnitt“, dachte ich mir und gab dem Leuchtturm, sowie dem Teepott sehr viel Raum im Bild.

Warnemünde Lighthouse

Auch wenn die Palmen vorm Teepott etwas fehl am Platz wirken, zumal sich die Temperaturen hartnäckig um die zehn Grad hielten, wollte ich diese eine im Bild nicht herausretuschieren. Diese gibt in Verbindung mit der Kleiderordnung der Familie ein noch surrealeren Eindruck.

Warnemünde

Als ich am Leuchtturm war, erblickte ich noch zwei weitere: einen grünen und einen roten, welche die Einfahrt des Hafens markieren. Da musste ich nicht weiter überlegen und steuerte den grünen an, schließlich war dieser schneller zu erreichen.
Nun bin ich ja sehr an der Umgebung interessiert. So blickte ich mich immer wieder um und hatte diesen Anblick. Das Wahrzeichen von Warnemünde schlechthin und noch einen Mast eines Segelbotes. Ich erstellte fix ein Panorama, bestehend aus drei einzelnen aufnahmen. Da es in Schwarz/Weiß einfach am besten wirkte verfeinerte ich diesen Look noch etwas mit Silver Efex Pro aus der Nik Collection. Das Ergebnis stellt mich mehr als nur zufrieden.

Da ein recht starker Wellengang herrschte entschied ich mich für den höher gelegenen Weg zu dem Aussichtspunkt bei dem grünen Turm. Diese Entscheidung erwies sich als vortrefflich, da etwa auf dem halben Weg eine große Welle ankam und ich somit einmal komplett von oben bis unten nass gewesen wäre, hätte ich mich für den anderen entschieden.

Green and Red Lighthouse

Mittlerweile wurde der Regen stärker und auch vor dem Wind war ich am Aussichtspunkt recht wenig geschützt. Ich postierte die Kamera neben einer Mauer, so dass diese nicht ganz so viel Regen abbekommt. Schließlich wollte ich die Frontlinse nicht alle paar Sekunden wieder abwischen. Ich begann ein wenig die Belichtungszeit zu variieren und steigerte mich langsam von etwas über einer Sekunde bis hin zu mehreren Minuten. Doch irgendwie fand ich das fünfminütige Bild viel zu glatt gebügelt. Mir fehlte einfach dieses Gefühl von rauem und kaltem Wetter. Deswegen entschied ich mich für eine Foto mit 1,3 Sekunden, so hatte die Wasseroberfläche einfach einen unvergleichlichen Charakter und auch die Welle konnte ich so wunderbar einfangen.

Ich begab mich nach einigen Bildern wieder auf den Rückweg. Mir war kalt und nun regnete es auch schon beachtlich und natürlich hatte ich keine Regendichte Jacke an. So floh ich in das nächste Kaffee und schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: ich wärmte mich wieder auf und konnte meinen hunger nebenbei noch bändigen.

Port entrance

Als der Regen schlussendlich wieder etwas nachließ begab ich mich noch einmal in Richtung Hafeneinfahrt. Doch diesmal wollte ich eine wirklich lange Belichtung erstellen um die Steine im Vordergrund in einem hellen Schleier versinken zu lassen.
Doch sehr schnell stellte ich fest, dass es nicht die beste Idee ist ein zehnminütiges Bild zu erstellen, denn es sammelten sich durch den Wind so viele Wassertröpfchen auf dem Filter. Somit war eine Aufnahme völlig unbrauchbar geworden. Gut, ich war mit meinem Bildaufbau ehh noch nicht zu 100% zufrieden. Also postierte ich mich noch näher an der Einfahrt und auch noch näher am Wasser … bzw ins Wasser.
Die Wellen reichten eigentlich nicht bis zu meinen Füßen, auch wenn das Stativ bereits im Wasser stand. Als ich gerade durch den Sucher schaute und die Kamera ausrichtete, bekam ich plötzlich nasse Füße hatte. Naja passiert halt.
Ich musste gar nicht lange probieren um eine wirklich gute Balance zu finden zwischen langer Belichtung und nicht zu viel Wasser auf dem Filter. Dabei half mir auch eine weit geöffnete Blende von F/2.8. Das Ergebnis hat meine Erwartungen mehr als nur erfüllt und dafür haben sich auch meine nassen Schuhe voll und ganz gelohnt.

Grass on a dune

Ich begab mich allmählich wieder auf den Rückweg. Doch da ich gerade wieder mein 24 mm Art* auf der Kamera hatte, bot sich die ein oder andere kleinere Spielerei mit der Unschärfe sehr an.
Ich mag es total den Fokus ganz bewusst auf ein kleines Detail fernab des eigentlichen Motives zu legen. So begab ich mich auf allen vieren in den Sand, denn was bietet sich besser an als ein Grasbüschel auf der Düne.

Canon

Schließlich kam ich auch noch direkt am Leuchtturm vorbei und erblickte diese beiden Kanonen. Ich wollte diese ebenfalls noch aufnehmen und dabei abermals die Blende sehr weit öffnen. Zu einer ähnlichen Spielerei mit Kanonen habe ich ja auch schon auf der Festung Königsstein hinreißen lassen.

Im Anschluss machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Rostock. Schuhe, sowie die Jacke waren schließlich schon recht nass und ich musste mich gerade wieder etwas ausruhen.

Bis bald, euer Daniel.


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Ein Besuch auf der Festung Königsstein

Der letzte Beitrag liegt schon wieder viel zu lange zurück. Zum Teil geschuldet an meinem Zeitmanagement und auch an der zweiten Schicht, in welcher ich gerade arbeiten gehe, was jedoch nur eine temporär ist.

Mitte Juli wollten wir, der Paul und seine Frau, sowie deren Trauzeuge, mal wieder in die Sächsische Schweiz fahren. Leider war das Wetter nicht sonderlich geeignet für eine Wanderung und so entschieden wir, dass wir einfach mal auf die Festung Königsstein fahren. Da mein letzter Besuch dort schon echt weit in der Vergangenheit lag wurde es tatsächlich mal wieder Zeit dafür.

Winch

Als wir zur Festung gelaufen sind und diesen recht steilen, und dank des Regens etwas rutschigen, Aufgang erklommen hatten offenbarte sich mir das erste Motiv. An sich nur ein Seilzug, aber dank der Beleuchtung wirklich schön in Szene gesetzt.
Ich wollte recht viele Detailsaufnahmen erstellen, da die Gebäude zwar recht schön sind, aber eben auch schon von vielen anderen abgelichtet wurden.

Lilienstein and the river Elbe

Als wir unsere Runden drehten hatte ich mir vorgenommen dieses Bild aufzunehmen. Probiert habe ich die Aufnahme von verschiedensten Standorten, doch irgendwie hat mich bei vielen immer etwas getört, bis auf  bei dieser. Das Foto besteht aus 4 Einzelaufnahmen bei 11 mm und der gebeugte Horizont entstand ungeplant beim zusammenfügen, jedoch fand ich diesen hier wirklich gut und habe ihn einfach nicht begradigt.
Das Bild zeigt den Lilienstein, welchen ich auch bereits im Mai abgelichtet hatte. Im Bild ebenfalls enthalten ist das Thürmsdorfer Mausoleum, von da aus habe ich nach den Fotos der Milchstraße auch den Sonnenaufgang genießen können.

Cannon

Nun hatte ich gerade mein Tokina an der Kamera und fand es recht spannend auch mal mit diesem Objektiv ein paar Details auf den Sensor zu bringen, auch um auch mal wieder ein wenig zu experimentieren. Ich finde es recht angenehm auch etwas mehr Kontext zu den Einzelheiten zu haben. Auch wenn ich so auf wesentlich mehr Achten musste als einfach nur auf die Feinheiten, schließlich waren wir auch nicht alleine auf der Festung unterwegs. Doch letztendlich zahlt sich die Geduld ja in den meisten Fällen aus und wenn nicht, bin ich um eine Erfahrung reicher geworden.

Königstein Fortress

Mit welcher Raffinesse die Festung zu der damaligen, im 13. Jahrhundert errichtet wurde, finde ich absolut faszinierend. Wie der natürliche Sandstein allmählich in eine errichtete Mauer übergeht ist wirklich beachtenswert. Zumal sämtliches Baumaterial mit einfachsten Mitteln herbeigeschafft werden musste.

A row of cannon

Schließlich wollte ich es nicht nur auf mein „Immerdrauf“, dem 24-105 mm belassen, sondern ebenfalls wieder etwas kreativer Fotografieren. Ich habe nämlich beobachtet, dass ich mit diesen Brennweiten recht träge wurde und das wollte ich unbedingt unterbinden. Und was bietet sich da besser an, als eine Festbrennweite ;).
Auch hier war wieder einiges an Geduld gefragt, denn um diese Fläche menschenleer zu erwischen musste ich etwas ausharren. Was ich aber gar nicht schlimm finde, denn unser Alltag ist schon hektisch genug.

In diesem sinne Bis bald wieder, euer Daniel.

 

Milchstraße über dem Lilienstein

Anfang diesen Monats war ja mal wieder Neumond. Neben dieser Tatsache gab es noch eine viel wichtigere, nämlich einen wolkenlosen Himmel. Genauer gesagt meine ich die Nacht zum 07.05. Eigentlich wollte ich hier das Datum des vorherigen Tages schreiben, nur bin ich dazu viel zu spät schlafen gegangen und habe demzufolge verschlafen. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und somit nahm ich einen neuen Anlauf.
Dieser Anlauf war wesentlich durchdachter, da ich zum Einen mal wirklich zeitig um 22:15 zu Bett ging, was mir so nahezu nie passiert. Zum Anderen habe ich diesmal anstatt einem Wecker und einem Timer gleich drei Wecker und besagten Timer gestellt. Die Wecker klingelten jeweils im Viertelstundentakt und der Timer war, glücklicherweise, nicht nötig. Die Entscheidung drei Wecker zu stellen war Gold wert. Den ersten um 0:45 habe ich im Halbschlaf ausgemacht, den zweiten um 1:00 habe ich nicht gehört, beim dritten um 1:15 jedoch bin ich wach geworden und nicht wieder eingeschlafen. Nun habe ich mich, vom Licht total geblendet, angezogen und meinen Rucksack, sowie ein wenig Proviant mitgenommen.

Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich auch schon angekommen. Ich habe mich auch nur um gute zehn Kilometer verfahren, es war ja schließlich noch mitten in der Nacht und ich absolut verpeilt. Am Ziel angekommen konnte ich sofort, als ich ausgestiegen war, die Milchstraße mit bloßen Augen sehen. Das hat mich ein wenig verwundert, da sich die Augen erst allmählich an die Dunkelheit gewöhnen müssten, so dachte ich jedenfalls. Es war jedoch so dunkel, dass ich nahezu blind agieren musste. Um den Schaden möglichst bei Null zu halten nahm ich dann doch mein Handy zur Hand.
Da ich genau weiß, wie unbrauchbar mein Gehirn um solche Uhrzeiten ist habe ich sämtliche Einstellungen der Kamera bereits im Voraus vorgenommen. Aus meinen Erfahrungen weiß ich das ich keine halbe Minute belichten sollte, wenn ich Sterne noch scharf und nicht verwischt haben möchte. Auch weiß ich das ich mit ISO 1600 oder ISO 3200 arbeiten muss, hier entschied ich mich für letztes. Auch den Fokus vom Tokina 11-16* stellte ich bereits auf Manuel und Unendlich.

Milkey Way over the "Lilienstein"

Ein Blick durch den Sucher – ich sah absolut nichts. Oha. Nun gut, also ganz grob ausgerichtet und ein Testbild gemacht. So arbeitete ich mich langsam an das Bild heran, welches ich aufnehmen wollte. Ist schon eine ganz neue Erfahrung, nahezu blind zu fotografieren, allerdings dennoch anständige Bilder dabei zu generieren.

Milkey Way

Nun wollte ich mich auch mal im Bereich Astrofotografie an etwas neues heranwagen. Ich wollte ein Panorama versuchen. Das Aufnehmen an sich war recht unbeschwerlich. Ins Hochformat wechseln und den Horizont gerade ausrichten. Die Rotation des Stativkopfes habe ich ganz grob abgeschätzt, und bin auf ca die Hälfte an Überlappung gekommen. Problematisch wurde es beim zusammensetzen der Aufnahmen. Da meinte Photoshop Elements, dass das mittlere Bild nicht dazu gehört. Na klasse, dachte ich mir, so was hat mir gerade noch gefehlt. Mit wirklich arg viel probieren und basteln habe ich es dennoch, mehr oder weniger gut hin bekommen. Darüber war ich mehr als nur erleichtert.

 Milkey Way over the "Lilienstein" II

Schließlich hatte ich die Aufnahmen im Kasten, wegen denen ich mitten in der Nacht aufgestanden war, das Haus verlassen hatte und etwas über 50 Km mit dem Auto gefahren war und das ganze bereits vor 3:00. Nun richtete ich die Kamera auf einen Bildausschnitt, der mir am besten gefiel und lies die Kamera noch ne ganze weile lang Aufnahmen erstellen. Zu der zeit machte ich es mir auf meiner Motorhaube bequem, schließlich war das noch der wärmste Ort. Ins Auto setzen konnte ich mich nicht, da dabei Licht angegangen wäre. Erwähnte ich bereits das ich um diese Zeit zu verpeilt bin, um daran zu denken das Licht vorher auszuschalten? Jedenfalls aß ich meine Äpfel und trank nebenbei immer mal ein Schlückchen Wasser.

Es ist so wunderbar faszinierend ein Zuschauer dieses Schauspiels zu sein. Eines Schauspieles, was sich schon seit Millionen von Jahren, zumeist leider unbeachtet, abspielt. Es tut echt verdammt gut immer mal wieder aus unserem hektischen Alltag auszubrechen und einfach mal die Zeit zu genießen. Auch wenn so etwas bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen.
Na dann, bis bald. Euer Daniel.


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Zweitausendfünfzehn – Mein Ré­su­mé

Das Jahr neigt sich nun ganz sicher dem Ende entgegen und ich finde, es ist Zeit für mich ein Résumé zu ziehen. Das vergangene Jahr war fotografisch gesehen für mich ein äußerst erfolgreiches. Ich habe begonnen wesentlich bewusster zu fotografieren und nicht mehr nur den Auslöser zu betätigen. Dabei sind erfreulich viele wirklich fantastische Bilder… Zweitausendfünfzehn – Mein Ré­su­mé weiterlesen