Der Leuchtturm in Warnemünde

Wie Bereits im letzen Beitrag erwähnt, habe ich an meinem Freitag in Rostock auch mal einen Abstecher nach Warnemünde gemacht.
Nachdem ich etwas über eine Stunde damit verbrachte wieder auf den richtigen Weg zu gelangen hatte ich es ja letztendlich doch noch geschafft nach Warnemünde zu finden. Mein erstes Ziel war der Strand, also habe ich via Google Maps den direktesten Weg vom Kirchenplatz heraus gesucht.

Und nun war ich also da – an der Ostsee. In diesem Moment wurde mir erst so richtig klar wie unwirklich es eigentlich ist mit wenigen Stunden Vorbereitung zu so einem Erlebnis aufzubrechen. Und irgendwie konnte ich in diesem Moment nix anderes tun, als einfach nur zu Grinsen. Es fühlte sich einfach unglaublich belebend und erfrischend an sich seinen Träumen hinzugeben. Es ist eigentlich absolut verwunderlich, dass ich das bisher nicht öfters gemacht habe…

Nun richtete ich mich also gen Osten aus, denn da befand sich der Leuchtturm von Warnemünde und diesen wollte ich schließlich auch ablichten. Um ein Bild aufzunehmen, welches es so noch nicht gibt hätte ich meine Quetschlinse nutzen können, doch leider hatte ich durch den Wind und leichten Nieselregen zu kalte Hände bekommen.
Dennoch wollte ich auch hier nicht so sehr auf die üblichen Gestaltungsregeln achten. „Scheiß doch mal auf die Drittelregel und den Goldenen Schnitt“, dachte ich mir und gab dem Leuchtturm, sowie dem Teepott sehr viel Raum im Bild.

Warnemünde Lighthouse

Auch wenn die Palmen vorm Teepott etwas fehl am Platz wirken, zumal sich die Temperaturen hartnäckig um die zehn Grad hielten, wollte ich diese eine im Bild nicht herausretuschieren. Diese gibt in Verbindung mit der Kleiderordnung der Familie ein noch surrealeren Eindruck.

Warnemünde

Als ich am Leuchtturm war, erblickte ich noch zwei weitere: einen grünen und einen roten, welche die Einfahrt des Hafens markieren. Da musste ich nicht weiter überlegen und steuerte den grünen an, schließlich war dieser schneller zu erreichen.
Nun bin ich ja sehr an der Umgebung interessiert. So blickte ich mich immer wieder um und hatte diesen Anblick. Das Wahrzeichen von Warnemünde schlechthin und noch einen Mast eines Segelbotes. Ich erstellte fix ein Panorama, bestehend aus drei einzelnen aufnahmen. Da es in Schwarz/Weiß einfach am besten wirkte verfeinerte ich diesen Look noch etwas mit Silver Efex Pro aus der Nik Collection. Das Ergebnis stellt mich mehr als nur zufrieden.

Da ein recht starker Wellengang herrschte entschied ich mich für den höher gelegenen Weg zu dem Aussichtspunkt bei dem grünen Turm. Diese Entscheidung erwies sich als vortrefflich, da etwa auf dem halben Weg eine große Welle ankam und ich somit einmal komplett von oben bis unten nass gewesen wäre, hätte ich mich für den anderen entschieden.

Green and Red Lighthouse

Mittlerweile wurde der Regen stärker und auch vor dem Wind war ich am Aussichtspunkt recht wenig geschützt. Ich postierte die Kamera neben einer Mauer, so dass diese nicht ganz so viel Regen abbekommt. Schließlich wollte ich die Frontlinse nicht alle paar Sekunden wieder abwischen. Ich begann ein wenig die Belichtungszeit zu variieren und steigerte mich langsam von etwas über einer Sekunde bis hin zu mehreren Minuten. Doch irgendwie fand ich das fünfminütige Bild viel zu glatt gebügelt. Mir fehlte einfach dieses Gefühl von rauem und kaltem Wetter. Deswegen entschied ich mich für eine Foto mit 1,3 Sekunden, so hatte die Wasseroberfläche einfach einen unvergleichlichen Charakter und auch die Welle konnte ich so wunderbar einfangen.

Ich begab mich nach einigen Bildern wieder auf den Rückweg. Mir war kalt und nun regnete es auch schon beachtlich und natürlich hatte ich keine Regendichte Jacke an. So floh ich in das nächste Kaffee und schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: ich wärmte mich wieder auf und konnte meinen hunger nebenbei noch bändigen.

Port entrance

Als der Regen schlussendlich wieder etwas nachließ begab ich mich noch einmal in Richtung Hafeneinfahrt. Doch diesmal wollte ich eine wirklich lange Belichtung erstellen um die Steine im Vordergrund in einem hellen Schleier versinken zu lassen.
Doch sehr schnell stellte ich fest, dass es nicht die beste Idee ist ein zehnminütiges Bild zu erstellen, denn es sammelten sich durch den Wind so viele Wassertröpfchen auf dem Filter. Somit war eine Aufnahme völlig unbrauchbar geworden. Gut, ich war mit meinem Bildaufbau ehh noch nicht zu 100% zufrieden. Also postierte ich mich noch näher an der Einfahrt und auch noch näher am Wasser … bzw ins Wasser.
Die Wellen reichten eigentlich nicht bis zu meinen Füßen, auch wenn das Stativ bereits im Wasser stand. Als ich gerade durch den Sucher schaute und die Kamera ausrichtete, bekam ich plötzlich nasse Füße hatte. Naja passiert halt.
Ich musste gar nicht lange probieren um eine wirklich gute Balance zu finden zwischen langer Belichtung und nicht zu viel Wasser auf dem Filter. Dabei half mir auch eine weit geöffnete Blende von F/2.8. Das Ergebnis hat meine Erwartungen mehr als nur erfüllt und dafür haben sich auch meine nassen Schuhe voll und ganz gelohnt.

Grass on a dune

Ich begab mich allmählich wieder auf den Rückweg. Doch da ich gerade wieder mein 24 mm Art* auf der Kamera hatte, bot sich die ein oder andere kleinere Spielerei mit der Unschärfe sehr an.
Ich mag es total den Fokus ganz bewusst auf ein kleines Detail fernab des eigentlichen Motives zu legen. So begab ich mich auf allen vieren in den Sand, denn was bietet sich besser an als ein Grasbüschel auf der Düne.

Canon

Schließlich kam ich auch noch direkt am Leuchtturm vorbei und erblickte diese beiden Kanonen. Ich wollte diese ebenfalls noch aufnehmen und dabei abermals die Blende sehr weit öffnen. Zu einer ähnlichen Spielerei mit Kanonen habe ich ja auch schon auf der Festung Königsstein hinreißen lassen.

Im Anschluss machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Rostock. Schuhe, sowie die Jacke waren schließlich schon recht nass und ich musste mich gerade wieder etwas ausruhen.

Bis bald, euer Daniel.


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Die Fachwerkkirche in Saathain

Ich bleibe gleich noch einmal in Saathain, denn auf dem Gut steht ebenfalls noch eine wirklich schöne Kirche.
Trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten sind hier und da dennoch Spuren der Zeit zu erkennen. Denn genau dieses, nicht total perfekte, gibt dem Gebäude einen ganz eigenen Charme und diesen mag ich absolut gerne.

Frame house church behind a tree

Bereits im Jahre 1629 wurde diese Kirche errichtet, was im Hinblick auf die damals vorhandene Technik für mich kaum vorstellbar ist. Alleine die Dachziegel bis aufs Dach zu bekommen muss die Leute und ihre Technik schon echt stark beansprucht haben.
Heutzutage werden hier hauptsächlich Trauungen, Ausstellungen oder Konzerte durchgeführt. Eine Hochzeit ist hier in vielerlei Hinsicht vorteilhaft, denn neben diesem wirklich herrlichen Bau befindet sich noch der wundervoller Rosengarten auf dem Gelände. Somit wäre die Location für das Paarshooting schon gefunden.

Frame house church

Da diesen Tag die Wolken recht zügig vorüber zogen, konnte ich es mir nicht nehmen lassen mal wieder eine kleine Langzeitbelichtung anzufertigen. Mit etwa dreieinhalb Minuten war dieses eine der kürzeren, doch ehrlich gesagt war die Zeit auch schon viel zu lang.
Da ich noch mit einer APSC Kamera arbeite und mich hinter mir nur noch ein Busch von der Mauer trennte hatte ich die Wahl entweder ich packe mein Tokina drauf oder ich nehme mehrere hochformatige Bilder auf. Ich habe mich für letztes entschieden, da ich bei 24 mm Brennweite die Verzerrung nicht ganz so arg habe wie bei 11 mm.

So, dass soll es auch erstmal gewesen sein für diesen Beitrag, genießt das schöne Wetter noch ein wenig, bevor die Temperaturen wieder kühler werden.
In diesem Sinne … bis bald, euer Daniel.

Dresden im Tunnelblick

In den letzten Wochen befand sich in der Elbe, mal wieder, nicht sonderlich viel Wasser. Allerdings noch erheblich mehr wie damals zu meinem Bild letzten Sommers.
Nun war ich schon länger angefixt dieses Bild aufzunehmen, doch irgend etwas stimmte immer nicht. Mal war doch noch ein wenig zu viel Wasser vorhanden, dann war der Himmel völlig trist oder ich war gerade beschäftigt. Ende April kam jedoch alles für mich zusammen. Glücklicherweise drehte ich am Fahrstuhl noch einmal um und zog mir meine hohen Wanderschuhe an. Das war ein hervorragender Einfall wie sich an der Elbe zeigte, denn so konnte ich problemlos im flachem Wasser laufen ganz ohne das ich nasse Füße bekam.

Am Ziel angekommen stimmte für mich alles noch mehr; die Wolken zogen recht zügig, es regnete nicht und auch die Sonne lugte ab und an mal hinter den Wolken hervor. So entschied ich, dass es mal wieder an der Zeit war eine Langzeitbelichtung zu erstellen. Ich probierte einige weitere Standpunkte, entschied mich dann jedoch für diesen hier. So wirkte das Bild für mich einfach am stämmigsten.

Through the Bridge
(550D, 16 mm, F/6.3, 480 sec, ISO 100)

Die Idee dahinter ist so simpel, wie auch effektiv: Ich erschaffe mithilfe des Bogens der Augustusbrücke einen Rahmen für mein Motiv, einen Teil des Altstadtpanoramas. Dies führt, wie im Titel zu lesen ist, zu einer Art Tunnelblick.

Während ich dieses Foto aufnahm gesellte sich ein Rabe zu mir unter diesen Bogen. Da ich in dem Moment ja sowieso schon auf die Kamera warten müsste, konnte ich dieses kluge Geschöpf beobachten. Geschickt hüpfte dieser Vogel von Stein zu Stein, sichtlich auf der Suche nach etwas fressbarem. Einen Moment später hatte der Vogel einen kleines, etwa fünf Zentimeter langes Fischlein im Schnabel. Bis zu diesem Moment wusste ich nicht einmal das Raben auch Fische fressen, aber man lernt eben niemals aus.

Bei der Bearbeitung habe ich hier ein wenig tiefer in meine Trickkiste hinein gegriffen und eine Montage erstellt, da der Brückenbogen nahezu komplett schwarz, und somit ohne jegliche Zeichnung, war. Dieser Bogen stammt aus meiner Testaufnahme, welche ich immer vor einer solchen Belichtung anfertige. Da auch, wie bereits erwähnt,  die Sonne hin und wieder mal hervortrat habe ich die Zeit ein wenig verkürzt.
Den letzten Schliff hat das Foto dann allerdings am Ende in mehreren Lagen Dodge and Burn bekommen. Es waren zwar allesamt nur kleinere Änderungen, die Wirkung davon ist jedoch enorm und ich bereue keine Minute an Arbeitszeit die in diese Aufnahme geflossen ist.

Bis demnächst dann wieder, euer Daniel.

Der Amselfall

Wie im letzten Beitrag angekündigt habe möchte ich euch heute den Amselfall und die Amselfallbaude präsentieren. Der Weg bis zum Wasserfall ist nur unwesentlich beschwerlicher als der restliche Weg meiner Wanderung. Der Ausblick und auch der Wasserfall entschädigen die Anstrengungen jedoch mehr als nur ein wenig. Von April bis Oktober können Besucher auch in der Amselfallbaude einkehren um sich ein wenig auszuruhen und zu stärken. Ob sich zu den Zeiten ein Ausflug dahin lohnt kann ich allerdings nicht sagen, da ich nicht weiß wie überlaufen dieser Ort dann sein wird. Als ich da war waren nur vereinzelt einige wenige Wanderer anzutreffen.
Ganz nebenbei gibt es an der Baude noch einige Informationstafeln zur Entstehung des Sandsteines, sowie der Vegetation in dieser Gegend.

Amselfallbaude
(Panorama aus 6 Aufnahmen, 28 mm, F/4.0, 1/15 sec, ISO 100)

Es ist wirklich traumhaft zu sehen, wie versucht wurde um die bestehenden Gegebenheiten herum zu bauen. Der Wasserfall verläuft somit zwischen den beiden Gebäuden hindurch, es wurden lediglich einige Betonplatten ausgelegt um eine ebene Fläche zu schaffen.

Amselfall
(550D, 11mm, F/11, 30 sec, ISO 100)

Der Wasserfall an sich war zwar nicht sooo groß wie ich ihn erwartet hatte, aber dennoch schön anzuschauen. Dadurch das nur einige wenige Personen oben anwesend waren, war das fotografieren sehr angenehm. Niemand stand mir im Bild und auch ich stand keinem im Bild.
Oberhalb des Falles gibt es eine kleine Staustufe, so dass hier ein wenig getrickst werden kann um ihn beeindruckender aussehen zu lassen ;).

Stram and mossy rocks
(550D, 28mm, F/9.0, 20 sec, ISO 100)

Linkerhand geht der Wanderweg, ein Teil des Malerweges, hinauf. Ich bin diesem Weg anschließend noch ein ganzes Stück gefolgt. Ich war auf der Suche nach schönen Bachverläufen, und ich wurde fündig.
Bei dem Bild habe ich allerdings ein wenig in die Trickkiste gegriffen, es ist nämlich genau genommen eine Montage aus zwei Einzelaufnahmen. Ich habe zusätzlich eine Aufnahme erstellt, bei welcher der Fokus ausschließlich auf dem vorderen Stein lag. In der Bearbeitung konnte ich beide Aufnahmen zusammenmontieren. Um so ein Bild zu erhalten, welches eine wesentlich größere Tiefenschärfe besitzt, als wenn ich dieses Bild mit einer extrem geschlossenen Blende aufgenommen hätte. Da durch die Beugungsunschärfe wieder sehr viele Details verloren gehen würden.

 Stream and "Talwächter"
(550D, 40mm, F/7.1, 1/50 sec, ISO 100)

Nun, da ich mir ein wenig ausgeruht hatte und meine Bilder im Kasten waren machte ich mich auf den Heimweg. Da ich mittlerweile allerdings doch schon hungriger (und somit auch ungeduldiger) wurde nahm ich den gleichen Weg noch einmal zurück. Bei diesem letzten Anblick musste ich meine Kamera jedoch noch einmal aus dem Rucksack holen. Zu sehen ist hier wie der Bachlauf sich durch die Landschaft schlängelt um am Ende in den Amselsee über zu gehen und am Horizont erhebt sich der Talwächter in die Höhe.

Schwarzfärbergrund/ Höllgrund

Es war Ende Februar und ich hatte keine Lust das gesamte Wochenende nur in Dresden zu verbringen. Ich nahm mir also meine Wanderkarte, welche den gesamten Malerweg zeigte, und sah mich nach Aussichtspunkten um. Ich schaute nebenbei immer über die Google Bildersuche, ob es sich lohnt einen Ausflug dahin zu unternehmen. Einige Anläufe Später stand mein Ziel fest: der Schwarzfärbergrund sowie der Amselsee. Meine Überlegung war, dass es bei einem See im Tal auch irgendwo einen Wasserfall geben muss. Den Wasserfall gab es auch, jedoch befindet sich dieser nicht am See, folglich war ich auch nicht am See. Doch mehr dazu im nächsten Beitrag.
Ich brach also Vormittag in Dresden auf, bei annehmbar gutem Wetter. Irgendwie wollte mein Navi nicht so wie ich und ich musste kurzerhand auf die Google Maps App meines Telefons zurückgreifen. Einziges Problem dabei war, dass mein Handy immer wieder, vor allem im Gebirge, das GPS Signal verlor und somit meinen letzten Standort mehrere Minuten lang anzeigte. Somit war es ja kaum vermeidbar, dass ich mich ein wenig verfahren habe. Ich bin nämlich versehentlich bis nach Hohnstein gefahren. Was rückwirkend gesehen zu vernachlässigen war, da es eine herrliche Serpentinenstraße ist. Ich hatte meinen Spaß.
Als ich nun also wieder auf dem richtigen Weg war, kam ich gleich an meinem eigentlichen Ziel vorbei, diesem wunderschönen Ausblick.

View of the "Schwarzfärbergrund" in "Nationalpark Sächsische Schweiz"
(550D, 20x 100 mm, F/11, 1/160 sec, ISO 100)

Glücklicherweise befindet sich dort eine etwas größere Parkbucht, so dass bequem fünf und mehr Autos Platz finden. Mittlerweile war es leider etwas diesig geworden, ich fand es absolut passend. So bekommt das Panorama eine ganze andere Wirkung.
Nur beim Zusammensetzen stieß Elements deutlich an seine Grenzen und so habe ich sämtliche Tricks angewandt um das Bild dennoch erstellen zu können. Das ging vom schrittweisen zusammensetzen, über manuell zusammensetzen (weil zu wenig Überlappung vorhanden war) bis hin zum kleiner skalieren, da ich die maximale Breite an Pixeln erreicht hatte. Am Ende bin ich dennoch super zufrieden mit dem Ergebnis und damit hat sich die Mühe ja schon gelohnt.

Nachdem ich diese Bilder also im Kasten hatte setzte ich meinen Weg fort, um mein Auto auf dem nahe gelegenen Parkplatz abzustellen. Glücklicherweise kam gerade eine Gruppe Wanderer zurück und wir konnten unsere Parkplätze tauschen, denn ich stand sehr ungünstig.

Der Weg, den ich mir ausgesucht hatte, war recht unkompliziert, denn es gab nur drei Kreuzungen und man kann sich eigentlich nicht verlaufen ;). Schon nach wenigen Metern befindet sich die Straße außer Hörweite und ich konnte die Natur genießen. Da ich, dank meiner recht kurzfristigen Planung, allein unterwegs war, hörte ich noch meine Musik. Da ich nun aber auch noch die Natur um mich herumhören wollte war die Musik so laut leise wie noch nie, beinahe schon aus.
Hikingtrail
(550D, 4x 11 mm, F/5.0, 1/20 sec, ISO 100)

Da ich ja absolut nicht in Eile war nahm ich sehr viele kleinere Details wahr, die sicherlich so mancher Wanderer übersehen hätte. Dabei bin ich immer wieder aufs neue davon begeistert wo und wie die Pflanze Wege finden zu wachsen.

Little tree
(550D, 84 mm, F/$.0, 1/30 sec, ISO 100)

Hier und da fand ich alte Inschriften auf den Sandsteinen am Wegesrand, die mal besser und mal schlechter zu lesen waren. Manche davon waren deutlich bewachsen und andere hingegen waren schlicht und einfach bereits verwittert. Beachtlich fand ich, dass die Wege schon zum Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurden, was stellenweise einen erheblichen Aufwand dargestellt haben muss.

Milestone
(550D, 24 mm, F/4.0, 1/100 sec, ISO 800)

Nach einer ganzen Weile kam ich schließlich an einer Weggabelung an, welche nach links in Richtung Amselsee, nach rechts zum Amselfall führte. Ich ging also nach rechts.
Mittlerweile gesellte sich zu dem Vogelgezwitscher und dem Rascheln der Bäume ein leises Plätschern hinzu, denn neben dem Weg befand sich der kleine Bach, welcher vom Wasserfall in Richtung See fließt. „Traumhafte Gegend“ dachte ich so bei mir „eigentlich verdammt schade, dass du so selten in der Sächsischen Schweiz unterwegs bist…“ Zumindest habe ich mir vorgenommen dieses Jahr öfters mal durch die Wälder zu schlendern ;).

Irgendwann kam ich an einer Stelle vorbei, die vorsah, dass man Kneippkurbäder machen konnte. Doch dazu war es viel zu kalt und laut der Anleitung soll man die Füße, ohne diese wieder abzutrocknen, in Socken und Schuhe stecken. Ein anderen mal bestimmt …

Wenig später führte mich der Weg über eine Brücke, doch mich zog es magisch weg vom Weg. Denn gleich an der Überführung befand sich im Bachlauf ein kleiner Absatz. Ich räumte noch fix einen größeren Ast aus dem Wasser, da mich dieser im Bild viel zu sehr störte. Da ich dann aber doch zu träge war meinen ND-Filter aus dem Rucksack zu holen, blendete ich einfach etwas weiter ab. Manchmal ist weniger eben halt doch mehr.

Small bridge
(550D, 28 mm, F/16, 0,5 sec, ISO 100)

Ich hatte gerade mein Stativ wieder am Rucksack befestigt und war einige Meter weiter gelaufen, da machte der Bach eine wunderschöne S-Kurve. Das Motiv gefiel mir so gut, dass ich wieder alles aufbaute. Dieses mal wollte ich allerdings nicht so viel Dynamik im Bild haben, somit war ich nun doch gezwungen meinen ND 1.8* heraus zu holen.

Small stream
(550D, 105 mm, F/11, 30 sec, ISO 100)

Gar nicht mehr lange hin und ich hatte mein Tagesziel erreicht, den Amselfall. Ich genoss am Wasserfall die Geräuschkulisse, ein unglaublich entspannendes Plätschern, sowie mein Telefon ohne jegliches Netz.

Langsam aber sicher meldete sich nun mein Magen, denn ich hatte, bis auf Frühstück, heute noch nichts weiter gegessen. Sei’s drum, denn ich hatte ja noch ausreichend Wasser, um irgendwie so etwas ähnliches wie ein Sättigungsgefühl zu erreichen. Ich begab mich also wieder auf den Rückweg.

Die erste Strecke lag bereits wieder hinter mir als mir ein Stein auffiel. Er lächelte. Nun waren die Strapazen und der Hunger endgültig vergessen. Ich machte noch ein paar letzte Bilder und ließ danach meine Kamera wieder im Rucksack verschwinden. So konnte ich letzten Endes die Natur noch bewusster wahrnehmen und ganz ohne sie nur durch meinen Sucher zu betrachten.

 Smile
(550D, 24 mm, F/4.0, 1/20 sec, ISO 200)

Die Rückfahrt nach Dresden verlief dieses mal ohne mich zu verfransen. Dennoch war es ein komplettes Kontrastprogramm wieder in Dresden angekommen zu sein. Alles war laut und hektisch, so wie Städte und unser Leben heutzutage ja scheinbar sein müssen.
Muss es ja gar nicht. Denn nicht mal eine Stunde war ich unterwegs und da fand ich absolute Ruhe und Entspannung vor. Was letztendlich für mich der Grund ist solche Ausflüge doch öfters einmal in Angriff zu nehmen.


* Dies ist ein Partner-Link, welcher zu einer externen Webseite führt. Ich erhalte keinerlei Bezahlung für das setzen von Links, bekomme allerdings eine kleine Provision falls ihr darüber bestellt. Es entstehen für euch dadurch keinerlei Nachteile.

Ein Weinberg in Radebeul

Vor zwei Wochen wollte ich seit längerer Zeit mal wieder den Weinberg oberhalb der Schloss Wackerbarth unsicher machen. Da ich mich generell als ein wenig träge ansehe bin ich mit dem Auto bis zur Sternwarte hinauf gefahren. Von da aus bin ich auf dem Hang herum geschlendert. Es war ein wunderbares Wetter, schon fast frühlingshaft warm. Ich war auf der Suche nach dem für mich besten Standpunkt, das beinhaltet ja nun einmal das ich öfters vor und zurück ging.
Als ich meinen Standpunkt dann gefunden hatte dachte ich mir, dass ich schon länger keine LZB mehr gemacht habe. Noch während der ersten Aufnahme brach ich selbige wieder ab. Grund war, wie mir vorkam, dass die Kamera doch arg weit hangabwärts kippte. So konnte der Horizont nicht gerade werden. Es hieß also wieder die Filter abschrauben und alles erneut ausrichten. Letztendlich hab ich so aber bedeutend mehr von meinem Foto, da ich nicht ganz so viel weg schneiden muss.

Jakobsturm
(550D, 24 mm, F/8.0, 600 sec, ISO 100)

Anschließend war mein Ziel kleinere Details vom Weinhang aufzunehmen. Natürlich sollten diese Feinheiten auch Thematisch zum ersten Bild passen. Ich machte hier und da ein Foto, doch so wirklich überzeugt war ich von meinen Ergebnissen nicht. Bis ich zufälligerweise ein altes Gehäuse einer Weinbergschnecke fand. Auf dem Boden liegend ist auch das schönste Detail meist recht nutzlos. Weswegen ich dieses auf einen der vielen Betonpfeiler legte – besser gesagt legen wollte. Es war schlicht und einfach zu windig. Nun konnte ich jedoch das Gehäuse auf einer der unzähligen alten Ranken drapieren. Zugegeben es sieht so wirklich nicht natürlich aus. Egal :D.

casing of an edible snail
(550D, 50 mm Art, F/8.0, 1/100 sec, ISO 100)

Nun wollte ich langsam wieder zum Auto zurück und war mittlerweile doch recht weit hangabwärts gelaufen. Mir blieb also nichts weiter übrig als zu laufen und ganz so schlimm war es ja auch nicht. Auf meinem Weg nahm ich immer wieder Peilung in Richtung Jakobsturm. Schließlich hatte ich noch einen guten Blickwinkel gefunden. Jetzt hieß es ein wenig Geduld aufbringen, da ich einen Zeitpunkt abwarten wollte wo ich keine Personen im Bild hatte.

Jakobsturm II
(550D, 105 mm, F/11, 1/80 sec, ISO 100)

Oben an der Sternwarte fiel mir noch einmal ein Schild mit der Aufschrift „Sonnenbeobachtung“ auf. Ach warum nicht, dachte ich mir und ging hin. Ich fand es sehr faszinierend die Sonne so zu beobachten. An einer Station waren die Eruptionen deutlich zu sehen, an der anderen die Sonnenflecken. In dem Atemzug konnte ich noch einige Fragen an einen der Mitglieder des Clubs stellen. Sehr interessant das ganze.

Die Elstermühle in Plessa

Vor zwei Wochen wollte ich mal wieder eines der wenigen Wahrzeichen meiner Heimat, Plessa, fotografisch festhalten. Gesagt, getan und so war ich auf dem Weg. Besonders groß ist Plessa ja nicht 😉 . Es war ein herrliches Herbstwetter an diesem Tag und so machte es richtig Spaß sich draußen aufzuhalten. Während der Aufnahme habe ich… Die Elstermühle in Plessa weiterlesen