Die kleinen Wunder des Winters

Dienstag war einer dieser Wintertage, an denen ich froh war wieder in der warmen Wohnung zu sein. Es war grau, kalt und dazu wehte mir der Wind ständig Schnee ins Gesicht.
So auch als ich gerade vom Sport kam. Im Fahrstuhl putzte ich mir den Schnee von der Mütze und in mir kamen die Idee auf mal wieder einige Macro-Aufnahmen anzufertigen. Inspiration dazu hatte ich erst kürzlich in den sozialen Netzwerken gesehen – nämlich Strickkleidung worauf sich einzelne Schneekristalle befanden.

Nun ging es darum diese Idee auch optimal umzusetzen. Der Wind stand so, dass der weiße Niederschlag natürlich nicht auf meinen Balkon kam. So habe ich, nach kurzer Wartezeit, meine Strickmütze auf den Stil meines Wischmobs gepackt und diese herum geschwenkt. Glücklicherweise war es bereits dunkel und mich hat (hoffentlich) keiner dabei beobachtet.
Es dauerte gar nicht lange und ich konnte einige Treffer auf der Kopfbedeckung verbuchen und alle samt schön verteilt. Nun begann der schwierigere Part dabei – das Fotografieren, beziehungsweise das finden einer Flocke oder einzelner Kristalle.

Obwohl ich das Zimmer hinter mir beleuchtet hatte sah ich durch den Sucher absolut nix. Also musste ich mit meinem Handy in der einen Hand für das nötige Licht sorgen um überhaupt was erkennen zu können. Mit der Anderen habe ich abwechselnd die Kamera auf dem Stativ gedreht, oder aber mit meinem Macro-Schlitten fokussiert.

Snow crystal II

Die Suche nach geeigneten Kandidaten erwies sich als schwieriger als gedacht. Zwar habe ich mit diesem Setup bereits Erfahrungen, aber ein Schneekristall ist bei der „falschen“ Beleuchtung nahezu unsichtbar.
Nach einigen Minuten gelang es mir auch schon die ersten Ergebnisse zu betrachten und ich war sofort völlig zuversichtlich, dass meine Aufnahmen sehr nach an die Idee heran kommen wird. Die meiste Zeit habe ich mit „trial and error“ verbracht, da die Kristalle im Sucher zwar scharf wirken, auf dem Display der Kamera jedoch häufig minimal unscharf waren.

Um möglichst nahe an meine Idee, einen einzelnen Kristall zu haben, heran zu kommen suchte ich meine Mütze noch ein wenig weiter ab und sah einen Schneekristall liegen. Nun bestand die Kunst darin diesen auch mit der Kamera wieder zu finden. Als ich diesen dann anvisierte und im Fokus hatte, verbrachte ich die nächsten zehn Minuten damit nur diesen einen Kristall abzulichten schließlich wollte ich ein Bild haben, wo das Zentrum exakt im Fokus lag.
Meine Freude darüber war riesen groß, als ich das Ergebnis am Rechner betrachtete. Es war mir tatsächlich gelungen den Schneekristall so auf den Sensor zu bannen, wie ich es wollte (auch wenn sich noch weitere Kristalle unter meinem Motiv befanden). Denn obwohl mein Stativ normalerweise recht stabil ist, so zeigen sich bei einem Schärfebereich von nicht mal einem Millimeter auch schon kleinste Vibrationen.

Snow crystal I

Als Setup hatte ich wieder mein 100 mm Macro*, sowie einem Satz Zwischenringe*. Damit erreiche ich eine Abbildung von etwa 1,8:1 und somit bereits eine Vergrößerung des Objektes auf dem Sensor. Um das nötige Licht zu erzeugen nutzte ich einen einfachen Jongnuo  Blitz mit Funkauslöser und um das Fokussieren zu erleichtern habe ich meinen Macroschlitten* unter der Kamera gehabt.

Diese wirklich winzig kleinen Kleinigkeiten haben mir den Tag doch noch sehr versüßt. Etwas so wundervolles und zugleich auch so zerbrechliches in aller Ruhe zu beobachten zu können, ist doch eine schöne Art einen Tag ausklingen zu lassen. Am Ende des Tages war ich froh über alle Widrigkeiten, denn ohne diese wären diese Bilder nicht entstanden.
Vielleicht habe ich so ja auch den ein oder anderen angeregt, sich den kleinen Details etwas mehr zu widmen…


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Ritterstern

Wie jedes Jahr um diese Zeit Blüht der Ritterstern meiner Mutter. Dieser ist nun schon so groß, dass es einiges an Aufräum-arbeit kosten würde ihn komplett auf ein Bild zu bekommen. Das ist genau der Grund, wieso ich mich dazu entschieden habe lediglich Detailaufnahmen anzufertigen :D.
So bekomme ich wesentlich einfacher schöne Bilder zustande und nebenbei lerne ich auch noch einiges über das entfesselte Blitzen.

Amaryllis I
(550D, 50 mm Art, F/2.5, 1/200 sec, ISO 100, Blitz)

Bei diesem Foto habe ich einen recht hellen Hintergrund gewählt, eine Wand mit einer weißen Gardine davor (diese Wand befindet sich zwischen zwei Fenstern, deswegen ist da auch eine Gardine davor 😉 ). Den Blitz habe ich hierbei oberhalb der Pflanze gehalten und mit recht viel Power auf die Gardine gefeuert, um so die Blühte, von hinten durchleuchtet, Abzulichten. Dass hat zur Folge, dass die Lichtcharakteristik seht weich wird.

Amaryllis II
(550D, 100 mm, F/4.0, 1/200 sec, ISO 100, Blitz)

Um diese Detailaufnahme erstellen zu können musste ich, sowohl Kamera, als auch Blitz recht nah an diese Staubblätter heran bringen. Auf dem Blitz war lediglich ein Diffusor drauf, da mir das licht sonst viel zu hart gewesen wäre. Zugegeben, es war bedingt durch die kurze Entfernung schon recht hart, was jedoch die feinen Details besser hervorhebt.
In der Bearbeitung habe ich diesmal etwas neues probiert, Nik Silver Efex Pro aus der Nik Collection. Diese ist nun Kostenfrei zu haben. 

Amaryllis III
(550D, 100 mm, F/5.6, 1/200 sec, ISO 100, Blitz)

Zugegeben, ein Close-up ist schön, jedoch wollte ich auch noch einmal etwas mehr zeigen als nur einige winzige Details. So ist diese Foto entstanden, ebenfalls wieder mit dem Diffusor auf dem Blitz.
Auch hier kam nach der Bearbeitung wieder die Nik Software zum einsatz, allerdings nicht nur die. Zusätzlich habe ich hier und da mittels dodge and burn lokal einige Kontraste verstärkt. Diese beiden schritte haben die Struktur unglaublich hervorgebracht, sowie den Kontrast verstärkt, ohne jedoch dabei die Sättigung zu verändern.

 Amaryllis IV
(550D, 50 mm Art, F/2.8, 1/200 sec, ISO 100, Blitz)

Zu guter Letzt kam noch einmal die gesamte Blühte mit zwei Knospen auf ein Bild. Dieses mal stand die Pflanze vor einer Fensterscheibe, weswegen im Hintergrund eine Spiegelung vorhanden ist. Mir ist allerdings viel zu spät aufgefallen das sich unsere Schrankwand links mit ins Bild gemogelt hat, weswegen es da leider dunkler ist. Dennoch mag ich das Bild sehr.
Wie unschwer zu erkennen ist sind alle Bilder an zwei verschiedenen Daten aufgenommen. So hatte ich jedoch mehr Möglichkeiten diese wunderbare Pflanze zu präsentieren.

Winterzauber in Dresden

Anfang der Woche kam der Winter noch einmal wieder zurück. Ich wachte Dienstag morgens auf und schaute zum Fenster heraus und stellte mit Freude fest das auf der gesamten Stadt ein wunderbarer Zauber lag. Eins war sofort klar: Duschen, essen und ab raus.
Nach einer weile kam ich dann im Großen Garten an und genoss diesen bezaubernden Anblick. Alles wirkte so friedlich und einfach nur wunderschön. Für die Aussicht nehme ich gerne die negativen Eigenschaften die der Winter mit sich bringt in kauf.

Winter charme II
(550D, 50 mm Art, F/5.6, 1/80 sec, ISO 100)

Ein Blick nach rechts und ich war wieder neu begeistert. Das Geäst der Bäume wirkt teilweise enorm grafisch und mir gefiel es einfach sehr.

Winter charme I
(550D, 50 mm Art, F/5.6, 1/80 sec, ISO 100)

Nun war es ja in den letzten Wochen schon recht angenehm warm draußen, was dazu führte das bereits die ersten Krokusse zu blühen begannen. Dieser Kontrast, ach was sag ich hier, dieser Kampf zwischen Winter und Frühling ist einfach wundervoll.

Winter vs spring I
(550D, 100 mm, F/4.0, 1/125 sec, ISO 100)

Nach den ersten Eindrücken und Fotos dachte ich mir „Was passt besser zu diesem traumhaften Tag als meine Quetschlinse?“, und schon befand sich diese an meiner Kamera. Leider ist der letzte Einsatz doch schon etwas her und so produzierte ich viel zu viel Ausschuss. Egal, ich hab ja dennoch meinen Spaß daran. Zudem habe ich die Gelegentheit genutzt um mal wieder das ein oder andere Bild aus dem Genre Streetfotografie zu schießen.

Walk in snow
(550D,Leitz Hektor 85 mm, F/2.5, 1/640 sec, ISO 200)

Schließlich musste ich dann noch sehr schmunzeln. Jemand hatte die kleinen Bäumchen leicht modifiziert. So passten sie noch viel besser zu diesem Wetterchen.

Smile
(550D,Leitz Hektor 85 mm, F/2.5, 1/640 sec, ISO 200)

Nun war ich eigentlich nur noch auf der Suche nach einer Wiese mit vielen Frühblühern, doch diese konnte ich leider nicht finden. Dennoch fand ich erneut diesen „Kampf“ Frühling gegen Winter. Es wurde wieder Zeit das Macro Objektiv heraus zu holen. Unweit von mir hingen Meisenringe an einigen Ästen und so kam es das neben mir auch einige Meisen anwesend waren.
Nachdem ich mein Objektiv gewechselt hatte stellte ich fest nur noch wenig Platz auf der Speicherkarte zu haben, also tauschte ich diese ebenfalls noch mit aus. Währenddessen kamen immer mehr Meisen in meine Nähe, sie waren scheinbar neugierig und eventuell noch hungrig. So kam es das sich einer dieser kleinen Piepmätze genau vor mir auf meinem Rucksack platz nahm. Die Kamera konnte ich so schnell nicht aufrichten, da wäre dieser kleine Wicht sicherlich geflüchtet. Das ist jedoch gar nicht weiter schlimm, so hatte ich die Gelegenheit den Moment vollkommen zu genießen.

Im Anschluss machte ich noch einige Macro-Aufnahmen und einige Aufnahmen von den Vögeln. Eines dieser Macro möchte ich nun hier noch einmal zeigen.

 Winter vs spring II
(550D, 100 mm, F/13, 1/160 sec, ISO 100, geblitzt mit YN 560 III und 560-Tx)

Dabei habe ich den Autofokus abgestellt und manuell auf die kleinste Distanz fokussiert. Den blitz hab ich mit meiner zweiten Hand gehalten. Das Licht kam somit hoch-frontal auf mein Motiv und um noch ein wenig Fülllicht zu bekommen habe ich noch die Reflektorkarte herausgezogen.

Schnee – die kleinen Wunder ganz groß

Gestern Abend war es endlich so weit, in Dresden begann es zu schneien. Aber nicht irgendwie – nein extrem stark. So hat es mich spontan gepackt und ich bin etwa eine halbe Stunde lang auf meinem Balkon herum gekrochen und habe Einzelne Schneekristalle, in der Masse gesucht. Ich bin ja immer wieder fasziniert von den ganzen verschiedenen Formen, die unsere Natur so produzieren kann.

Snowflakes II

Nun noch ein paar Worte dazu wie ich die Aufnahmen angefertigt habe. Benutzt habe ich mein Macro-Objektiv und einen Satz Zwischenringe. Ich habe manuell auf die kürzeste Distanz fokussiert und mich mit der Kamera vor und zurück bewegt. Zusätzlich habe ich noch einen Blitz genommen, um das notwendige Licht zu haben. Alle Bilder sind mit F/8 entstanden, da diese Einstellung an meiner Kamera der „sweetspot“ ist. Gegen ende, als es nur nicht mehr ganz so stark schneite habe ich dann noch auf mein Einstellschlitten zurückgegriffen um nicht mehr ganz so abhängig vom Zufall zu sein. Jetzt bleibt mir nur noch übrig viel Freude beim Betrachten der Bilder zu wünschen.

Snowflakes I

Snowflakes III

Snowflakes IV

Snowflakes V

Der Lauf der Dinge

Nun war es ja wieder etwas stiller hier auf meinem Blog, was auch Teilweise mit dem Winter zusammen hängt. Irgendwie hatte ich keine wirklichen Ideen um Bilder zu machen, oder aber war total unzufrieden mit den Bildern die dennoch entstanden sind. Außerdem habe ich mir mal die Zeit genommen den Blog aufzuhübschen: neues Theme und auch mal meine gesamte Ausrüstung aktualisiert :).
Nichts desto Trotz habe ich gestern meine PS4 einmal aus gelassen und bin mit der Kamera los gezogen. Ich wollte nicht meine gesamte Ausrüstung mit rum schleppen und so entschied ich mich dafür meinen Alltags-Rucksack zu nehmen und nur meine beiden Festbrennweiten mitzunehmen: Das wunderbare Sigma 50mm Art*, und mein geliebtes 100mm Macro*.

Ziele hatte ich eigentlich nur eines und zwar den kleinen Platz vor dem Stadtmuseum Dresden. Kürzlich blühten alle Bäume. Leider ist die Vergangenheits hier genau richtig, denn ich musste schon arg suchen um noch einige intakte Blüten zu finden. Irgendwie fand ich die Bilder der intakten Blüten nicht sooo besonders. Vielleicht auch durch den Vortrag des Stilpiraten geschuldet. Ich finde es ja schon sehr faszinierend Gefühle in Bildform zu transportieren. Vielleicht ist dieses Bild auch gerade deswegen eher kontrastarm, völlig egal ich mag es trotzdem. Es spiegelt für mich einen wunderbaren Kontrast wieder – einerseits eine hübsche Blüte, welche nur in der Unschärfe liegt, andererseits die Vergänglichkeit (die ja auch wunderbar zum Winter passt).

Circle of Life
(550D, 100mm, F/2.8, 1/250 sec, ISO 200, manuell Fokussiert)


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Raureif

Irgendiwe wollte ich mal wieder weg von den ganzen Weitwinkelaufnahmen und Langzeitbelichtungen, da ich mich immer öfter dabei ertappt habe während den Aufnahmen mit dem Handy zu spielen. Aus diesem Grund habe ich mein Tokina vorerst einmal aus meinem Fotorucksack gepackt um mich mal wieder auf andere fotografische Bereiche zu Konzentrieren. Unter anderem in dem… Raureif weiterlesen

Orangefarbene Milchstern

Mein Milchstern blüht gerade wunderbar, so konnte ich mir wieder mit einer meiner Leistungskategorien ein wenig die Zeit vertreiben, der Macro-Fotografie. Ich arbeite hier mit einem Makroobjektiv und Zwischenringen, somit kann ich einen Abbildungsmaßstab erzielen der etwa bei 2:1 liegt. Belichtet wurde das Bild mittels Blitz, der über ein Kabel mit der Kamera verbunden ist. Das… Orangefarbene Milchstern weiterlesen