Rostock und seine Sehenswürdigkeiten

Wie im letzten Beitrag schon erwähnt, habe ich zwei Nächte in Rostock verbracht. Nun wollte ich natürlich auch die Stadt an sich besichtigen und nicht lediglich nur die Ostsee sehen. Mit der Intension zog ich bereits am Donnerstag Abend herum und suchte mir einige Motive innerhalb der Altstadt heraus. Leider war die Ausbeute recht mau, da ich ständig wieder Regentropfen auf der Frontlinse hatte, welche oftmals recht unschön die Straßenbeleuchtung eingefangen haben.

So ist innerhalb der ersten Stunden in Rostock lediglich ein Bild entstanden. Doch dieses Bild gefiel mir wirklich sehr gut. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt bereit nass und durchgefroren war verbrachte ich einige Zeit am Marktplatz. Den Großteil davon zwar schutzsuchend, da es nun nicht mehr nur nieselte. Doch das spielt hinterher keine Rolle mehr.
Rückblickend bin ich echt erstaunt, wie viel Geduld ich mittlerweile aufbringe beim fotografieren. Das wäre noch vor nicht all zu langer Zeit undenkbar gewesen. Dabei ist das Aufnehmen der Bilder lange nicht mal mehr das Zeitaufwändigste – nein eher das warten auf den richtigen Moment um wirklich alles so auf den Sensor zu bekommen wie ich es haben möchte.

Town hall Rostock

Wirklich fest vorgenommen habe ich mir in Rostock eigentlich absolut kein Motiv. Ich wollte mich einfach mal nur treiben lassen und dabei ablichten, was meine Aufmerksamkeit gewecke. So bin ich am Vormittag meines ersten kompletten Tages in Rostock noch etwas in der Innenstadt herumgelaufen und habe mich dann auf den Weg nach Warnemünde begeben. Zumindest war das mein Vorhaben, denn ich bin erst einmal in die falsche Richtung gefahren. Das passiert schon mal, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und selber noch etwas verpeilt ist. Doch dazu dann mehr in einem der folgenden Beiträge…

Am späten Nachmittag war ich dann auch wieder in der Altstadt unterwegs, nachdem ich eine kurze Pause im Hostel eingelegt habe. Der Rucksack wurde nämlich mittlerweile schon recht schwer auf dem Rücken.
Ich ließ mich wieder nur treiben, suchte gelegentlich via Google Maps vermeintlich interessante Gegenden heraus und so bekam ich die Möglichkeit gleich zwei der Kirchen auf einem Foto zu vereinen: Die St. Nikolai- Kirche links und die St. Petri- Kirche rechts.

Two Churches in Rostock

Die St. Petri- Kirche befand sich nahezu permanent in meinem Sichtbereich. Durch ihren sehr großen Kirchturm ist diese sehr präsent im Bereich der Innenstadt.

Nach einem Abstecher zum Stadthafen der Hansestadt kehrte ich wieder zu einem Motiv des ersten Abends zurück, dem Kröpeliner Tor. Da es mir der Regen des Vortages nicht ermöglichte dieses Tor abzulichten, startete ich nun einen neuen Anlauf.
Ich wollte den Weg zum Tor nutzen und den Turm schön symmetrisch im Bild platzieren. Im nachhinein fand ich jedoch ein anderes Bild davon wesentlich stimmiger für mich, nämlich dieses hier.

Kröpeliner Gate

Denn eigentlich wollte ich mir gerade etwas zu essen besorgen, da kam ich an diesem kleinen Wasserspiel vorbei. Mir kam sofort die Idee, die nassen Steine als reflektierende Fläche zu nutzen um eine Spiegelung des Turmes zu erzeugen. Leider hat das vorhaben nur im Ansatz funktioniert, doch ich mag dieses Bild wesentlich mehr als die Bilder, welches man en masse via Google findet. Auch die Personen im Bild finde ich absolut nicht störend, auch wenn diese sich zu viel bewegt haben. Man kann ja schließlich nicht alles haben. 😉

Nachdem ich nun wieder gestärkt war experimentierte ich noch etwas auf dem Marktplatz mit den fahrenden Straßenbahnen herum. Diese Experimente überzeugten mich jedoch nicht so sehr um diese hier zu präsentieren. Doch ich übertrug die Erkenntnisse daraus auf das Steintor und die fahrenden Autos.

Denn vor kurzem schnappte ich in einem Video den Tipp auf nachts den ISO etwas anzuheben um somit die Beleuchtung der fahrenden Fahrzeuge, denen der Umgebung anzupassen. Ich muss sagen, dieser Tipp war Gold wert.
Auch hier musste ich sehr viel Geduld aufbringen. Erst war die Belichtung immer etwas zu kurz, so dass sich diese Streifen nicht durch das gesamte Bild ziehen und dann war die Straße recht schwach befahren. So musste ich teilweise mehrere Minuten lang warten bis mal wieder ein Fahrzeug vorbei kam. Jedoch hat es sich vollkommen ausgezahlt. Günstigerweise war das Hostel nur wenige Schritte vom Steintor entfernt und so war dieses das letzte Bild, welches ich an diesem Tag machte.

Am nächsten Morgen wollte ich noch einmal auf den Marktplatz, da ich hoffte gäbe nicht wieder so viele Stände. Doch leider war der Platz abermals gefüllt. Allerdings konnte ich nun das herrliche Wetter nutzen um das Oberlandesgericht noch einmal abzulichten. Im dunkeln waren sämtliche Details dieses Gebäudes recht unauffällig geblieben.

Battlement

Da ich den gotischen Baustil sehr mag ließ ich es mir nicht nehmen auch einige Detailaufnahmen anzufertigen.
Neben einigen detaillierten Fotos wollte ich das Gebäude in gänze ablichten, doch eine sehr kurze Brennweite hatte zur Folge, dass ich immer Fahrzeuge mit im Bild hatte. So entschied ich mich zu einem vertikalen Panorama, bestehend aus drei einzelnen Aufnahmen mit meiner 24 mm Festbrennweite.
Higher Regional Court

Auf diesem Tripp habe ich das 24er lieben gelernt und frage mich seither wie ich solange ohne auskommen konnte.
Das soll es nun erst einmal gewesen sein, und in diesem Sinne … Bis bald, euer Daniel.

Milchstraße über dem Lilienstein

Anfang diesen Monats war ja mal wieder Neumond. Neben dieser Tatsache gab es noch eine viel wichtigere, nämlich einen wolkenlosen Himmel. Genauer gesagt meine ich die Nacht zum 07.05. Eigentlich wollte ich hier das Datum des vorherigen Tages schreiben, nur bin ich dazu viel zu spät schlafen gegangen und habe demzufolge verschlafen. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und somit nahm ich einen neuen Anlauf.
Dieser Anlauf war wesentlich durchdachter, da ich zum Einen mal wirklich zeitig um 22:15 zu Bett ging, was mir so nahezu nie passiert. Zum Anderen habe ich diesmal anstatt einem Wecker und einem Timer gleich drei Wecker und besagten Timer gestellt. Die Wecker klingelten jeweils im Viertelstundentakt und der Timer war, glücklicherweise, nicht nötig. Die Entscheidung drei Wecker zu stellen war Gold wert. Den ersten um 0:45 habe ich im Halbschlaf ausgemacht, den zweiten um 1:00 habe ich nicht gehört, beim dritten um 1:15 jedoch bin ich wach geworden und nicht wieder eingeschlafen. Nun habe ich mich, vom Licht total geblendet, angezogen und meinen Rucksack, sowie ein wenig Proviant mitgenommen.

Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich auch schon angekommen. Ich habe mich auch nur um gute zehn Kilometer verfahren, es war ja schließlich noch mitten in der Nacht und ich absolut verpeilt. Am Ziel angekommen konnte ich sofort, als ich ausgestiegen war, die Milchstraße mit bloßen Augen sehen. Das hat mich ein wenig verwundert, da sich die Augen erst allmählich an die Dunkelheit gewöhnen müssten, so dachte ich jedenfalls. Es war jedoch so dunkel, dass ich nahezu blind agieren musste. Um den Schaden möglichst bei Null zu halten nahm ich dann doch mein Handy zur Hand.
Da ich genau weiß, wie unbrauchbar mein Gehirn um solche Uhrzeiten ist habe ich sämtliche Einstellungen der Kamera bereits im Voraus vorgenommen. Aus meinen Erfahrungen weiß ich das ich keine halbe Minute belichten sollte, wenn ich Sterne noch scharf und nicht verwischt haben möchte. Auch weiß ich das ich mit ISO 1600 oder ISO 3200 arbeiten muss, hier entschied ich mich für letztes. Auch den Fokus vom Tokina 11-16* stellte ich bereits auf Manuel und Unendlich.

Milkey Way over the "Lilienstein"

Ein Blick durch den Sucher – ich sah absolut nichts. Oha. Nun gut, also ganz grob ausgerichtet und ein Testbild gemacht. So arbeitete ich mich langsam an das Bild heran, welches ich aufnehmen wollte. Ist schon eine ganz neue Erfahrung, nahezu blind zu fotografieren, allerdings dennoch anständige Bilder dabei zu generieren.

Milkey Way

Nun wollte ich mich auch mal im Bereich Astrofotografie an etwas neues heranwagen. Ich wollte ein Panorama versuchen. Das Aufnehmen an sich war recht unbeschwerlich. Ins Hochformat wechseln und den Horizont gerade ausrichten. Die Rotation des Stativkopfes habe ich ganz grob abgeschätzt, und bin auf ca die Hälfte an Überlappung gekommen. Problematisch wurde es beim zusammensetzen der Aufnahmen. Da meinte Photoshop Elements, dass das mittlere Bild nicht dazu gehört. Na klasse, dachte ich mir, so was hat mir gerade noch gefehlt. Mit wirklich arg viel probieren und basteln habe ich es dennoch, mehr oder weniger gut hin bekommen. Darüber war ich mehr als nur erleichtert.

 Milkey Way over the "Lilienstein" II

Schließlich hatte ich die Aufnahmen im Kasten, wegen denen ich mitten in der Nacht aufgestanden war, das Haus verlassen hatte und etwas über 50 Km mit dem Auto gefahren war und das ganze bereits vor 3:00. Nun richtete ich die Kamera auf einen Bildausschnitt, der mir am besten gefiel und lies die Kamera noch ne ganze weile lang Aufnahmen erstellen. Zu der zeit machte ich es mir auf meiner Motorhaube bequem, schließlich war das noch der wärmste Ort. Ins Auto setzen konnte ich mich nicht, da dabei Licht angegangen wäre. Erwähnte ich bereits das ich um diese Zeit zu verpeilt bin, um daran zu denken das Licht vorher auszuschalten? Jedenfalls aß ich meine Äpfel und trank nebenbei immer mal ein Schlückchen Wasser.

Es ist so wunderbar faszinierend ein Zuschauer dieses Schauspiels zu sein. Eines Schauspieles, was sich schon seit Millionen von Jahren, zumeist leider unbeachtet, abspielt. Es tut echt verdammt gut immer mal wieder aus unserem hektischen Alltag auszubrechen und einfach mal die Zeit zu genießen. Auch wenn so etwas bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen.
Na dann, bis bald. Euer Daniel.


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