Milchstraße über dem Lilienstein

Anfang diesen Monats war ja mal wieder Neumond. Neben dieser Tatsache gab es noch eine viel wichtigere, nämlich einen wolkenlosen Himmel. Genauer gesagt meine ich die Nacht zum 07.05. Eigentlich wollte ich hier das Datum des vorherigen Tages schreiben, nur bin ich dazu viel zu spät schlafen gegangen und habe demzufolge verschlafen. Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und somit nahm ich einen neuen Anlauf.
Dieser Anlauf war wesentlich durchdachter, da ich zum Einen mal wirklich zeitig um 22:15 zu Bett ging, was mir so nahezu nie passiert. Zum Anderen habe ich diesmal anstatt einem Wecker und einem Timer gleich drei Wecker und besagten Timer gestellt. Die Wecker klingelten jeweils im Viertelstundentakt und der Timer war, glücklicherweise, nicht nötig. Die Entscheidung drei Wecker zu stellen war Gold wert. Den ersten um 0:45 habe ich im Halbschlaf ausgemacht, den zweiten um 1:00 habe ich nicht gehört, beim dritten um 1:15 jedoch bin ich wach geworden und nicht wieder eingeschlafen. Nun habe ich mich, vom Licht total geblendet, angezogen und meinen Rucksack, sowie ein wenig Proviant mitgenommen.

Nach einer guten Stunde Fahrt bin ich auch schon angekommen. Ich habe mich auch nur um gute zehn Kilometer verfahren, es war ja schließlich noch mitten in der Nacht und ich absolut verpeilt. Am Ziel angekommen konnte ich sofort, als ich ausgestiegen war, die Milchstraße mit bloßen Augen sehen. Das hat mich ein wenig verwundert, da sich die Augen erst allmählich an die Dunkelheit gewöhnen müssten, so dachte ich jedenfalls. Es war jedoch so dunkel, dass ich nahezu blind agieren musste. Um den Schaden möglichst bei Null zu halten nahm ich dann doch mein Handy zur Hand.
Da ich genau weiß, wie unbrauchbar mein Gehirn um solche Uhrzeiten ist habe ich sämtliche Einstellungen der Kamera bereits im Voraus vorgenommen. Aus meinen Erfahrungen weiß ich das ich keine halbe Minute belichten sollte, wenn ich Sterne noch scharf und nicht verwischt haben möchte. Auch weiß ich das ich mit ISO 1600 oder ISO 3200 arbeiten muss, hier entschied ich mich für letztes. Auch den Fokus vom Tokina 11-16* stellte ich bereits auf Manuel und Unendlich.

Milkey Way over the "Lilienstein"

Ein Blick durch den Sucher – ich sah absolut nichts. Oha. Nun gut, also ganz grob ausgerichtet und ein Testbild gemacht. So arbeitete ich mich langsam an das Bild heran, welches ich aufnehmen wollte. Ist schon eine ganz neue Erfahrung, nahezu blind zu fotografieren, allerdings dennoch anständige Bilder dabei zu generieren.

Milkey Way

Nun wollte ich mich auch mal im Bereich Astrofotografie an etwas neues heranwagen. Ich wollte ein Panorama versuchen. Das Aufnehmen an sich war recht unbeschwerlich. Ins Hochformat wechseln und den Horizont gerade ausrichten. Die Rotation des Stativkopfes habe ich ganz grob abgeschätzt, und bin auf ca die Hälfte an Überlappung gekommen. Problematisch wurde es beim zusammensetzen der Aufnahmen. Da meinte Photoshop Elements, dass das mittlere Bild nicht dazu gehört. Na klasse, dachte ich mir, so was hat mir gerade noch gefehlt. Mit wirklich arg viel probieren und basteln habe ich es dennoch, mehr oder weniger gut hin bekommen. Darüber war ich mehr als nur erleichtert.

 Milkey Way over the "Lilienstein" II

Schließlich hatte ich die Aufnahmen im Kasten, wegen denen ich mitten in der Nacht aufgestanden war, das Haus verlassen hatte und etwas über 50 Km mit dem Auto gefahren war und das ganze bereits vor 3:00. Nun richtete ich die Kamera auf einen Bildausschnitt, der mir am besten gefiel und lies die Kamera noch ne ganze weile lang Aufnahmen erstellen. Zu der zeit machte ich es mir auf meiner Motorhaube bequem, schließlich war das noch der wärmste Ort. Ins Auto setzen konnte ich mich nicht, da dabei Licht angegangen wäre. Erwähnte ich bereits das ich um diese Zeit zu verpeilt bin, um daran zu denken das Licht vorher auszuschalten? Jedenfalls aß ich meine Äpfel und trank nebenbei immer mal ein Schlückchen Wasser.

Es ist so wunderbar faszinierend ein Zuschauer dieses Schauspiels zu sein. Eines Schauspieles, was sich schon seit Millionen von Jahren, zumeist leider unbeachtet, abspielt. Es tut echt verdammt gut immer mal wieder aus unserem hektischen Alltag auszubrechen und einfach mal die Zeit zu genießen. Auch wenn so etwas bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen.
Na dann, bis bald. Euer Daniel.


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Steg bei Nacht

Auch dieses Foto ist am Grünewalder Lauch entstanden. Da der Mond nach einer Weile zu stark strahlte um die Sterne aufzunehmen, entschied ich mich einfach noch so ein paar Bilder zu machen. Auch wenn es meist nicht den Eindruck macht hat der Mond dennoch eine enorme Leuchtkraft (oder besser gesagt Strahlkraft 😉 ), vor allem wenn… Steg bei Nacht weiterlesen

Nachthimmel über dem Grünewalder Lauch

Am Freitag Nachmittag spekulierte ich auf einen klaren Himmel und nahm vorsichtshalber mein Stativ mit auf die Fahrt nach Plessa, meiner Heimat. Die Zeit schritt voran und ich schaute immer wieder nach ob nicht doch einige Wölkchen aufzogen. Aber weit und breit nix zu sehen. Voller Vorfreude auf einen sternenklaren Nachthimmel packte ich gegen 23:30 Uhr meine… Nachthimmel über dem Grünewalder Lauch weiterlesen