Dresden – ein Blick durch Blüten

Vor einer Woche machte ich mich abermals auf um mit den ersten Sonnenstrahlen Fotos zu schießen. Ich verließ um kurz vor halb sieben meine Wohnung, nahm mein Rad und fuhr los. Mein Ziel war die Augustusbrücke – besser gesagt einige Bäume daneben. Am vorhergehenden Wochenende hatte ich mir mal etwas Zeit genommen und bin spazieren gegangen. So schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe, ich konnte abschalten und gleichzeitig auch etwas die Lage auskundschaften.

Wie ich richtig vermutete stand der Baum nun, am ersten April schön in der Blüte. Die Freude trübte sich ein wenig, als ich feststellte, dass ich gut 1,5 – 2 Meter zu klein war. Glücklicherweise hatte ich jedoch mein Stativ dabei.
Die maximale höhe gab das Kabel meines Fernauslösers vor und so konnte ich zwei von drei Segmenten ausziehen. Etwas schwieriger gestaltete sich jedoch der Bildaufbau. Da ich die Kamera nun knappe 2 Meter über meinem Kopf hielt hatte ich einen sehr steilen Blickwinkel. Somit war bei jeder Auslösung noch eine gehörige Portion Zufall mit im Spiel. Einige Versuche später war ich zufrieden mit meinen Ergebnissen.

Dresden - a look trough blossom

Nachdem sich die Sonne schon deutlich vom Horizont gelöst hatte, ergab sich die Möglichkeit die Blüten im Detail aufzunehmen und zwar im schönen Gegenlicht. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen, schließlich kam es bisher nicht sonderlich oft vor, dass ich zu dieser Zeit bereits hinter der Kamera stand.

 Sunny blossom

Das war so ein Moment, wo ich absolut gar nicht auf irgendwelche Regeln bezüglich der Bildgestaltung geachtet habe. Schließlich gehört zur Fotografie zwar auch etwas Theorie hinzu, nur finde ich es auch wichtig außerdem noch auf sein Bauchgefühl zu hören und einfach abzudrücken.

… Und so langsam verstehe ich auch was damit gemeint ist, die Regeln auch zu brechen. Es ist und bleibt schließlich etwas Kreatives und das ist auch gut so und ab einem Gewissen Punkt haben „Regeln“ da nicht mehr so viel zu suchen, denke ich.
Ich bin mehr als nur froh mich um diese Zeit bereits aus dem Bett geschält zu haben und obwohl ich eigentlich nur mal kurz Bilder machen wollte hielt ich mich nahezu zwei stunden bei den Bäumen am Elbufer auf. Es war wirklich ein fabelhafter Start in den neuen Tag.
In diesem Sinne, bis bald …

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Die kleinen Wunder des Winters

Dienstag war einer dieser Wintertage, an denen ich froh war wieder in der warmen Wohnung zu sein. Es war grau, kalt und dazu wehte mir der Wind ständig Schnee ins Gesicht.
So auch als ich gerade vom Sport kam. Im Fahrstuhl putzte ich mir den Schnee von der Mütze und in mir kamen die Idee auf mal wieder einige Macro-Aufnahmen anzufertigen. Inspiration dazu hatte ich erst kürzlich in den sozialen Netzwerken gesehen – nämlich Strickkleidung worauf sich einzelne Schneekristalle befanden.

Nun ging es darum diese Idee auch optimal umzusetzen. Der Wind stand so, dass der weiße Niederschlag natürlich nicht auf meinen Balkon kam. So habe ich, nach kurzer Wartezeit, meine Strickmütze auf den Stil meines Wischmobs gepackt und diese herum geschwenkt. Glücklicherweise war es bereits dunkel und mich hat (hoffentlich) keiner dabei beobachtet.
Es dauerte gar nicht lange und ich konnte einige Treffer auf der Kopfbedeckung verbuchen und alle samt schön verteilt. Nun begann der schwierigere Part dabei – das Fotografieren, beziehungsweise das finden einer Flocke oder einzelner Kristalle.

Obwohl ich das Zimmer hinter mir beleuchtet hatte sah ich durch den Sucher absolut nix. Also musste ich mit meinem Handy in der einen Hand für das nötige Licht sorgen um überhaupt was erkennen zu können. Mit der Anderen habe ich abwechselnd die Kamera auf dem Stativ gedreht, oder aber mit meinem Macro-Schlitten fokussiert.

Snow crystal II

Die Suche nach geeigneten Kandidaten erwies sich als schwieriger als gedacht. Zwar habe ich mit diesem Setup bereits Erfahrungen, aber ein Schneekristall ist bei der „falschen“ Beleuchtung nahezu unsichtbar.
Nach einigen Minuten gelang es mir auch schon die ersten Ergebnisse zu betrachten und ich war sofort völlig zuversichtlich, dass meine Aufnahmen sehr nach an die Idee heran kommen wird. Die meiste Zeit habe ich mit „trial and error“ verbracht, da die Kristalle im Sucher zwar scharf wirken, auf dem Display der Kamera jedoch häufig minimal unscharf waren.

Um möglichst nahe an meine Idee, einen einzelnen Kristall zu haben, heran zu kommen suchte ich meine Mütze noch ein wenig weiter ab und sah einen Schneekristall liegen. Nun bestand die Kunst darin diesen auch mit der Kamera wieder zu finden. Als ich diesen dann anvisierte und im Fokus hatte, verbrachte ich die nächsten zehn Minuten damit nur diesen einen Kristall abzulichten schließlich wollte ich ein Bild haben, wo das Zentrum exakt im Fokus lag.
Meine Freude darüber war riesen groß, als ich das Ergebnis am Rechner betrachtete. Es war mir tatsächlich gelungen den Schneekristall so auf den Sensor zu bannen, wie ich es wollte (auch wenn sich noch weitere Kristalle unter meinem Motiv befanden). Denn obwohl mein Stativ normalerweise recht stabil ist, so zeigen sich bei einem Schärfebereich von nicht mal einem Millimeter auch schon kleinste Vibrationen.

Snow crystal I

Als Setup hatte ich wieder mein 100 mm Macro*, sowie einem Satz Zwischenringe*. Damit erreiche ich eine Abbildung von etwa 1,8:1 und somit bereits eine Vergrößerung des Objektes auf dem Sensor. Um das nötige Licht zu erzeugen nutzte ich einen einfachen Jongnuo  Blitz mit Funkauslöser und um das Fokussieren zu erleichtern habe ich meinen Macroschlitten* unter der Kamera gehabt.

Diese wirklich winzig kleinen Kleinigkeiten haben mir den Tag doch noch sehr versüßt. Etwas so wundervolles und zugleich auch so zerbrechliches in aller Ruhe zu beobachten zu können, ist doch eine schöne Art einen Tag ausklingen zu lassen. Am Ende des Tages war ich froh über alle Widrigkeiten, denn ohne diese wären diese Bilder nicht entstanden.
Vielleicht habe ich so ja auch den ein oder anderen angeregt, sich den kleinen Details etwas mehr zu widmen…


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Die Rakotzbrücke im Schnee

Nachdem meine Kamera nun recht lange nur gelegentlich und bei familiären Anlässen zum Einsatz kam, wollte ich einen kleinen Ausflug unternehmen um Fotos aufzunehmen. Glücklicherweise kam ich gerade rechtzeitig wieder von meiner Dienstreise aus Bukarest zurück um eine winterliche Landschaft vorzufinden.

Die Idee die Rakotzbrücke erneut abzulichten hatte ich schon etwas länger. Einzig und allein das Wetter spielte da nicht mit, denn ich wollte Schnee.
So begab ich mich auf den Weg nach Kromlau. Gegen zehn Uhr morgens hatte ich mein Ziel erreicht und zu meinem Erstaunen war der Parkplatz vollkommen leer.
Da ich wenig Interesse an nassen Socken hatte, zog ich mir meine hohen Wanderschuhe an, was sich als ausgezeichnete Idee herausstellte. Denn um den See waren die Wege nicht geräumt, was für mich absolut verständlich ist für so eine abgelegene Sehenswürdigkeit.

Ich schlenderte um das Gewässer und experimentierte mit sämtlichen Brennweiten und Blickwinkeln herum. Und es begann zu schneien, was absolut traumhaft war. Da mir lediglich einige kleine Vögelchen Gesellschaft leisteten, war eigentlich nur das leise rieseln des Schnees, sowie das knirschen meiner Schritte zu hören.

Stairs and a statue of Herkules

Nachdem ich meine erste Runde um den See nahezu beendet hatte viel mir die Treppe mit der Herkulesstatue auf. Ich hatte diese zwar beim letzten Besuch auch bemerkt, jedoch durch die vielen Besucher gar nicht als Motiv wahrgenommen.
Dieses mal lud es mich geradezu ein den Auslöser zu betätigen. Einzig die Statue konnte ich nicht exakt mittig zur Treppe anordnen, da die Eisfläche definitiv nachgegeben hätte, hätte ich diese betreten.

Als ich meine erste Runde beendete begab ich mich zu dem Aussichtspunkt, wo sich auch Bänke befinden. Ich ging abermals direkt ans Wasser, dabei stellte ich fest, dass der Wasserpegel um einiges niedriger war als bei meinem letzten Besuch. Das wiederum ermöglichte es mir eine etwas andere Perspektive zu nutzen. Denn von den Bänken betrachtet, befindet sich der Basalt im rechten Drittel des Brückenbogens.

Rakotzbrücke

Nun konnte ich mir die Parallaxe zunutze machen und die Steine zentraler platzieren. Dabei empfand ich diese Position  als die geeignetste. Manchmal können auch so kleine Änderungen, wie in dem Fall zwei bis drei Meter, schon eine recht deutliche Auswirkung haben.

Ich hatte recht zeitig bemerkt wie deutlich sich der hellgrüne Basalt vom tristen Geäst des Waldes abhob. Und so wollte ich das noch einmal detaillierter aufnehmen. Gedacht, getan.

Basalt

Mittlerweile hatte es aufgehört zu schneien und die Färbung kam bedeutend besser zur Geltung. Diese Farbe bringt einen herrlichen Kontrast zum verhältnismäßig farblosen Hintergrund, was lustigerweise im Herbst genau umgedreht der Fall ist. Wie wandlungsfähig diese Natur doch ist…

Dieser Ausflug war für mich ein herrlicher Ausgleich zu einer sehr hektischen und chaotischen Woche. Genau solche Moment verdanke ich einzig und alleine meinem Hobby – der Fotografie.
In diesem Sinne … bis bald. 🙂

Die Ostsee – Impressionen aus Zingst

Heute habe ich das völlig graue und dunkle Wetter genutzt und bin noch einmal gedanklich Richtung Ostsee geflohen. Schließlich hatte ich auch noch Bilder in Zingst gemacht.

Aber alles der Reihe nach. Geplant war, dass ich nach meinem Besuch in Nienhagen noch mal ein ganzes Stück gen Osten fahre. Von meinem nächsten Ziel trennten mich nun etwa 80 Km.
Nun bemerkte ich am Strand in Nienhagen, dass das Akkusymbol blinkte. Mist. Ich schob es allerdings auf die recht niedrigen Temperaturen.
Die letzten Bilder in Nienhagen waren auf der Speicherkarte und ich nahm die beiden Akkus aus meinem Batteriegriff und steckte diese in die Hosentasche, in der Hoffnung die letzten Reserven noch mobilisieren zu können. Denn: Eine Möglichkeit um die Akkus zu laden hatte ich nicht mit dabei.

Breakwater and a wave

Da ich jetzt wieder weiter fuhr, hatte ich wenig Gelegenheit mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Zu allem Überfluss verweigerte mein Navi auch noch den Dienst und ich orientierte mich immer mal wieder via Google Maps. So konnte ich mein Ziel wenigstens fürs erste grob anpeilen, zumindest bis es ausgeschildert war.
Aber wieso eigentlich Zingst? Ganz einfach in Zingst dreht sich sehr viel um die Fotografie, wie z.B. das „Horizonte Zingst“ und ich wollte mir das Örtchen einfach mal anschauen.

Was mir bis dato fehlte, war die Stille am Strand. Sowohl in Strahlsund, als auch in Nienhagen war der Strand recht gut besucht. In Zingst wiederum begab sich der Großteil der Besucher auf den Steg. Sehr schnell bemerkte ich, dass dieser Ort auf mich wie eine Art Ruhepol wirkte. Es war einfach nur traumhaft entspannend, wie die Wellen rauschten und ich begann die Möwen zu beobachten.

Look at our Sea

Diese beiden Exemplare machten sofort auf mich den Eindruck, als würden sie nachdenklich auf die See schauen. Was auch immer in ihren Köpfen vorging, ich werde es wohl nie erfahre. Dennoch gefiel mir dieser Anblick so sehr, dass ich diese Foto hier nun präsentieren möchte. Irgendwie gehören Möwen und das Meer ja schon zusammen. 😉

Spread your wings and fly away ...

Kurze Zeit später gelang es mir auch ein Tier im Flug zu erwischen. Das war doch etwas schwieriger als ich es erwartet hätte. Da ich immer nur einen der neun Fokuspunkte nutzen konnte, waren sie doch ein wenig zu flott für mich und meine 550D. Die Option ein Objekt zu tracken besitzt die Kamera nicht und die offene Blende machte es nicht unbedingt einfacher. Um so mehr freut es mich diesen Moment erwischt zu haben.

Railway into the sea

Zu guter letzt weckten ein Paar Schienen meine Neugier. So kam ich zu diesem alten Wagen, der sicherlich dazu diente kleinere Boote zu Wasser zu lassen. Ob der Wagen und die Schienen dazu immer noch genutzt werden, weiß ich allerdings nicht. Dennoch habe ich dieser Szenerie etwa eine viertel Stunde gewidmet bis ich den besten Blickwinkel herausgefunden hatte.
Exakt 12 Bilder später waren meine Akkus leer. Mittlerweile habe ich auch herausgefunden wieso die Energie so schnell zur Neige ging, das 24-105L besitzt ja einen Bildstabi und der war sicherlich dafür verantwortlich.

Mit diesem Beitrag schließe ich nun auch meinen kurzen Trip an die Ostsee ab. Es war zwar etwas kurz, aber dennoch sehr Erholsam und für mich überaus lohnenswert. Ich werde sicherlich öfters mal kleinere Trips machen und sei es nur um mich vom Alltag zu lösen, denn ich brauch so etwas immer mal wieder um für mich einen Ausgleich zu schaffen.
In diesem Sinne …Bis bald, euer Daniel.

Gespensterwald in Nienhagen

Wie könnte ich denn besser vor diesem tristen und dunklen Novemberwetter fliehen, als die Erlebnisse von der Ostsee noch einmal Revue passieren zu lassen. Denn momentan sind die Tage bereits wieder so kurz geworden, dass ich mich in der Morgendämmerung in Richtung Arbeitsstelle aufbreche und erst im dunkeln wieder auf dem Heimweg bin.

Als ich an meinem Abreisetag morgens in Rostock wieder aufbrach hatte ich noch zwei weitere Ziele, die ich noch ansteuern wollte. Eines davon war Nienhagen, genauer gesagt der Gespensterwald den es dort gibt. Aber wieso denn eigentlich Gespensterwald, gibt es da etwa Geister?
Natürlich spukt es dort nicht wirklich und doch ist dieser Wald etwas besonderes. Hauptsächlich gibt es da Buchen und Eichen, die in den Teils 170 Jahren durch den Wind, der meist von der See her aufs Land trifft geformt wurde. Auch die salzige Seeluft hat ihr übriges getan um den Bäumen ihren ganz besonderen Charakter zu geben.

Ghost Wood coast in Nienhagen

Der Wald befindet sich an einer kleineren Steilküste, welche ca zehn Meter hoch über den Meeresspiegel liegt. Diesen Kontrast wollte ich natürlich auch im Bild festhalten. Ich musste dieses mal auch kaum Geduld aufbringen und einige Sonnenstrahlen trafen auf die Bäume und die Wiese. Somit war für mich das erste Foto recht zügig im Kasten.

Ich ließ es mir natürlich auch nicht nehmen mal bis an die Ostsee zu gehen, dafür folgte ich einfach einem Weg, der mich in die östliche Richtung führte. Ein Weilchen später konnte ich bequem die Treppe zum Strandbad Nienhagen nehmen.

Ghost Wood

Auf dem Rückweg zum Auto sah ich an einem der Aussichtspunkte einige Pärchen, die einen Spaziergang machten. Irgendwie fehlte mir da noch etwas in den Bildern und die beiden Personen boten sich da echt gut an. So habe ich lediglich darauf gewartet bis die anderen Pärchen hinter den Bäumen verschwanden und schon hatte ich das Bild, wie ich es wollte.

gespensterwald nienhagen.jpg

Bevor ich mich wieder zurück zum Auto begab wollte ich die Szenerie noch einmal in einem Panorama festhalten. Um diesem Bild gerecht zu werden habe ich mich dazu entschieden mal eine etwas extremere schwarz/weiß Version anzufertigen. Diese gefiel mir auf Anhieb sehr gut.
Im Anschluss ging ich zurück zum Fahrzeug mich wieder etwas aufwärmen, denn der Wind war recht kräftig an diesem Tag.

Rückblickend hat sich dieser Umweg für mich absolut gelohnt, denn so ein außergewöhnliches Fleckchen Erde habe ich bis dato noch nicht gesehen.
In diesem Sinne … bis bald, euer Daniel.

Herbstimpressionen

Nachdem sich die letzten Beiträge um meinen Kurztrip an die Ostsee drehten wollte ich mal wieder etwas Abwechslung bringen, da es mir selbst schon wieder etwas einseitig wurde. Zudem hatte ich die Kamera seit diesem Ausflug nicht mehr wirklich in Benutzung, einfach weil ich keine Bildideen hatte und mir etwas zu wenig Zeit dazu genommen habe. Somit beschloss ich, nach dem Räderwechsel mal einen kurzen Abstecher zum Grünewalder Lauch zu machen.

Fly agaric on a beach

Mein erstes Ziel war der Steg, welchen ich bereits in einer lauen Sommernacht abgelichtet hatte. Da ich wahnsinnig viel Glück hatte standen am Strand mehrere Fliegenpilze. Was passt denn schließlich besser zum Herbst als diese feuerroten Pilze? Nun hatte ich die freie Wahl welcher dieser es nun in eines meiner Bilder schafft. Ich nahm verschiedene Pilze auf und konnte mir am Rechner dann schließlich einen aussuchen. Entschieden habe ich mich für diesen, da er meiner Meinung nach am besten gepasst hat.
Da ich diese Strecke nicht ausschließlich für nur einige wenige Bilder auf mich genommen habe, schlenderte ich noch ein wenig entlang des Sees.

Fly agaric

Ich war erstaunt, wie viele Pilze hier standen. Zumal ich nur wenige Wochen vorher, mit meinen Eltern gemeinsam, mit eher mäßigem Erfolg auf der pirsch nach den schmackhaften und genießbaren Verwandten war. Froh darüber, dass ich so einige weitere Motive hatte, machte ich mich ans Werk und lichtete auch weitere Rothüte ab. Hierbei konnte ich auch zwei der Nachbarn in dem Hintergrund platzieren, um das Bild noch etwas abzurunden.

Da ich nun nicht sonderlich großes Interesse hatte mich auf dem nassen Boden zu legen nutzte ich bei beiden Bildern den Live-View meiner Kamera. Dieser gab mir auch die Möglichkeit den Fokus wesentlich freier zu bestimmen.

Birch leaves

Nun hatte ich einige schöne Fotos geschossen und wollte auch mehr als nur Pilze präsentieren. So zog es mich noch ein Stück weiter des Weges und ich erblickte einen kleineren Birkenbaum in Ufernähe. Mit Freude erblickte ich, wenigeSchritte später, einige Findlinge vor dem Baum. Diese ermöglichten mir eine deutlich erhöhte Position, mit der es mir möglich war dieses Bild aufzunehmen. Besonders reizvoll finde ich diesen wunderbaren Kontrast dabei – diese warmen Farben der Blätter gepaart mit der kühlen Umgebung.

Mir ging es bei dieser Tour weniger um einen perfekten Bildaufbau, der sowieso für jeden anders aussieht, als vielmehr darum mein Gefühl zu übermitteln. Ich denke nämlich, dass mir in dem Bereich noch etwas Praxis fehlt.
In diesem Sinne, bis bald … euer Daniel.

Stadthafen Rostock

Was wäre denn ein Bericht über eine Küstenstadt ohne den Hafen beleuchtet zu haben? In meinen Augen irgendwie unvollständig, deswegen möchte ich dies heute nachholen.
Nachdem ich aus Warnemünde wieder zurück im Hostel war und mich kurz ausgeruht hatte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen noch einen Spaziergang an den Hafen zu machen. Die ganzen Aufnahmen von Architektur und Landschaft haben mir zwar schon gefallen, doch ich wollte mich auch mal wieder mehr den Details widmen.

Für mich strahlt ein Hafen sehr vieles aus: Zum einen Ruhe – denn die Bote bewegen sich für Gewösehr beruhigend in Wind und Wasser; Abenteuer und Reise – schließlich bieten sich hierfür unzählige Möglichkeiten; und letztendlich auch Freude beim wiedersehen nach einer Ausfahrt.
Um all diese Facette hätte ich wesentlich mehr Zeit benötigt, als die paar Stunden, welche ich am Hafen verbracht habe. Nichts desto trotz habe ich diese Zeit da sehr genossen.

Rostock port

Um nicht völlig von all den ganzen Segelbooten und Kuttern übermannt zu werden begann ich mich recht schnell auf einige wenige Details zu konzentrieren. Schließlich hatte ich ja nicht vor Bilder zu machen, wie sie viele andere Urlauber machen würden.

Mein erstes Objekt der Begierde war hierbei die „Star of Hope“, ein wunderbar nostalgisches Segelboot. Gerade die Spuren, welche der Zahn der Zeit hinterlassen hatte, gaben diesem Boot diesen besonderen Charakter, mit dem es sich von vielen anderen abhob.

Rope on the

Als ich mich allmählich vom Bug zum Heck durcharbeitete, erblickte ich diese Seilschlaufe. Dieses Detail ist zwar so trivial, wenn es um die Schifffahrt geht und dennoch richtete sich meine Aufmerksamkeit voll und ganz darauf.
Nun geht es mir vermutlich so wie sehr vielen Fotografen, die erst hinterher die Störer auf dem Foto erkennen. Mal ist der Horizont völlig schief, mal befinden sich am Bildrand störende Elemente, oder wie in meinem Fall waren die beiden Hebel der Ankerwinde waren nicht zu sehen. Das ist der große Vorteil bei der digitalen Fotografie, ich sehe sofort was mir nicht passt. All das hätte ich auch vor dem betätigen des Auslösers sehen können, was wiederum Fluch und Segen gleichermaßen ist – man fotografiert nicht ganz so bewusst.

Ich schlenderte weiter entlang dieses Bootes und erblickte nahezu sekündlich neue Feinheiten, aber keine die sich für ein schönes Motiv eigneten und so zog ich weiter zum nächsten Schiff.

Cable pull on the

Wie auch das Segelboot war die „Santa Barbara Anna“, ein Schoner, eines der älteren Modelle. Wie schon beim letzten Boot erblickte ich sofort Details, die ich aufnehmen wollte. Eines davon war dieser Flaschenzug, der vermutlich dazu dient eines der Segel hissen zu können. Ich benötigte auch hier wieder einige Anläufe um diesen so in Szene zu setzen wie er mir gefiel. Einige Auslösungen später hatte ich zumindest schon einmal einen super Winkel herausgefunden und machte mich sofort daran diesen so zu verfeinern, dass die volle Aufmerksamkeit auf dem Flaschenzug lag und dennoch erkennbar ist wo dieser angebracht war. Es ist ja schließlich auch wichtig einen Kontext erkennen zu können.

Letztlich sind Feinheiten ja auch was schönes und werden von vielen kaum noch wahrgenommen. Doch Einzelheiten alleine sind alleine auch nur begrenzt sehenswert, solange der Blick für das große Ganze fehlt.

"Santa Barbara Anna"

Darum konnte ich es mir nicht nehmen lassen diesen wunderschönen Schoner auch in seiner ganzen Pracht abzulichten. Nun hatte ich drei Möglichkeiten dazu: weiter zurückgehen fiel leider aus, da sich hinter mir ein Parkplatz befand; mein Tokina auf die Kamera schnallen wollte ich nicht, da ich diese extreme Verzerrung vermeiden wollte; oder aber ich erstellte ein Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen. Da es bereits dunkler wurde und nun auch etwas die Faulheit durchkam war die Entscheidung recht fix gefällt und ich entschied mich für letzteres, zumal ich das 24 mm bereits am Body hatte. Anschließend begab ich mich langsam wieder in Richtung Stadzentrum, wovon ich jedoch bereits berichtet habe.

Damit kann ich nun auch den Bericht zu einem meiner Reiseziele, nämlich Rostock, als abgeschlossen betrachten.
Bis bald, euer Daniel.